13. Jahrgang Nr. 8 / 30. August 2013 | 24. Elul 5773

Aus den Gemeinden – Jüdisches Leben

Claims Conference:

Die „Conference on Jewish Material Claims against Germany“ hat einen neuen Repräsentanten in Deutschland. Der neue Direktor des Deutschland-Büros mit Sitz in Frankfurt ist der Jurist und Betriebswirt Rüdiger Mahlo. Mahlo wurde 1974 in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Er hat sich unter anderem als Mitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin im jüdischen Leben engagiert. Der Posten des Deutschland-Direktors war seit dem Tod des letzten Amtsinhabers, Georg Neuberger, im Jahr 2010 unbesetzt.

Hannover:

Nach Erlangung des Körperschaftsrechts kann die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover offiziell Besitzer des von ihr bereits seit elf Jahren betriebenen Friedhofsgeländes am Laher Friedhof werden. Das hat mehr als nur symbolische Bedeutung: Nach der städtischen Friedhofsordnung ist eine Neubelegung der Gräber nach 20 Jahren vorgesehen. Das steht jedoch im Widerspruch zum Judentum, nach dem ein Grab für die Ewigkeit bestehen muss. Als Besitzer des Friedhofs wird die Gemeinde dies nun gewährleisten können. Bisher wurden 29 Gemeindemitglieder auf dem Gelände zur letzten Ruhe gebettet. Das Wachstum der liberalen Gemeinde, die heute mehr als 700 Mitlieder zählt, hat den Erwerb eines größeren Friedhofsareals erforderlich gemacht.

Rostock:

Am 23. September wird in Rostock die Fotoausstellung „Jüdische Emigranten in Rostock“ eröffnet. Die als Kooperationsprojekt des Vereins migra e.V. und der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern durchgeführte Ausstellung, die bis zum 20. Dezember läuft, zeigt Fotos des Rostocker Arztes und Mitglieds der Jüdischen Gemeinde in Rostock Dr. Victor Lewitzki. In seinen Aufnahmen porträtiert Dr. Lewitzki, der 2003 aus Russland nach Deutschland kam, jüdisches Leben in Rostock. Die Ausstellung wird von Juri Rosov, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Adnan Harb vom Vorstand des Vereins migra und Susan Schulz, Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, gemeinsam eröffnet werden.

Jews Go Green:

Vom 11. bis 14. August führte die zum Zentralrat der Juden in Deutschland gehörende Umweltorganisation Jews Go Green im hessischen Kaufungen ein Trainingsseminar für jüdische Multiplikatoren im Umweltbereich durch. Ziel des Seminars war es, den teilnehmenden „Umweltbotschaftern“ Führungskompetenzen im Öko-Bereich zu vermitteln und Anregungen für Umweltprojekte in den jüdischen Gemeinden zu geben. Zielgruppe des Seminars waren Jugendliche und junge Erwachsene. Wie Projektleiterin Agata Kaplon vom Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte, hatten die jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik im Zuge der Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion kaum die Möglichkeit, sich um Umweltfragen zu kümmern. Nun aber sei die Zeit reif, sich auch diesem Thema zu widmen.
Im Rahmen einer anderen Veranstaltung von Jews Go Green nahmen Anfang August 13 Radfahrer aus den Jüdischen Gemeinden Köln und Düsseldorf an der ersten „Ökoregionalen Fahrradtour“ teil. Die Teilnehmer radelten gemeinsam 20 Kilometer weit zum Schlosspark in Köln-Stammheim. Auf dem Weg besuchte die Gruppe den Kölner „Biosam“-Supermarkt, ein Biogeschäft mit koscheren Lebensmitteln.