13. Jahrgang Nr. 7 / 26. Juli 2013 | 19. Aw 5773

Verboten

Das polnische Parlament (Sejm) hat das auf Grund eines Urteils des Obersten Gerichts bestehende Verbot des Schlachtens von nicht betäubten Tieren bestätigt. Im Juli lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten eine Gesetzesvorlage der Regierung ab, die das Schlachten ohne Betäubung wieder ermöglicht hätte. Von dem Verbot ist das jüdische Schächten ebenso betroffen wie die rituelle Schlachtung für Moslems.

Der Beschluss wurde in der jüdischen Welt bedauert und kritisiert. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, bezeichnete die Entscheidung als einen schweren Schlag gegen jüdisches Leben in Polen. Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz, Rabbiner Pinchas Goldschmidt, beklagte, der Sejm habe beschlossen, die Rechte von Polens jüdischen und moslemischen Bürgern nicht zu schützen.

Piotr Kadlcik, Vorsitzender des Verbandes jüdischer Glaubensgemeinden in Polen, wertete die Abstimmung gegen die Schchita als Ausdruck „finsterer Heuchelei“ in einem Land, in dem die Jagd legal sei. Im Vorfeld der Abstimmung hatte auch der Fraktionsvorsitzende der Polnischen Volksvereinigung (Bauernpartei), Jan Bury, das Verbot ritueller Schlachtung bemängelt. Um Tieren Leid zu ersparen, so Bury, müsste konsequenterweise auch das Töten der traditionellen Weihnachtskarpfen verboten werden. Zudem würde in Polen auf dem Land Geflügel ohne Betäubung geschlachtet. zu