13. Jahrgang Nr. 6 / 28. Juni 2013 | 20. Tammus 5773

AUS DEN GEMEINDEN – JÜDISCHES LEBEN

Theologie: Die geplante Einrichtung eines Studiengangs für jüdische Theologie an der Universität Potsdam schreitet voran. Im Juni hat die Universität eine Vereinbarung mit der Union progressiver Juden und Masorti Deutschland, jeweils der liberalen beziehungsweise der konservativen Strömung des Judentums zugehörig, unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die vom Brandenburgischen Hochschulgesetz verlangte Mitwirkung der Religionsgemeinschaften an dem neuen Studiengang. Das Mitwirkungsrecht wird von der neu gegründeten Ständigen Studienkommission für das jüdisch-geistliche Amt der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK) ausgeübt. Präsident der Studienkommission ist der ARK-Vorsitzende Rabbiner Dr. Henry Brandt. Als Vizepräsidenten wurden für die Union progressiver Juden in Deutschland deren Vorsitzende Sonja Guentner und für die konservativen Juden Deutschlands (Masorti) Prof. Dr. Stefan Majetschak gewählt. Rabbinerin Gesa S. Ederberg vertritt das konservative Zacharias Frankel Kolleg, während das liberale Abraham Geiger Kolleg durch Rabbiner Honorarprofessor Walter Homolka repräsentiert wird. Bereits im kommenden Wintersemester wird die „Potsdam School of Jewish Theology“ innerhalb der Philosophischen Fakultät der Universität ihre Arbeit aufnehmen.

Lehrhaus: Die Jüdische Gemeinde in Wiesbaden hat im Juni die Gründung eines jüdischen Lehrhauses bekanntgegeben. Das Lehrhaus hat die Aufgabe, Wissen über das Judentum an Juden und an Nichtjuden zu vermitteln. Die Gründung ist in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Wiesbaden erfolgt. Wie der Kulturdezernent der Gemeinde, Dr. Jacob Gutmark, und Geschäftsführer Steve Landau – zugleich Leiter des Lehrhauses – erklärten, soll die Vermittlung originären jüdischen Wissens auch zum Abbau von gegen Juden gehegten Vorurteilen beitragen. Das Bildungsangebot für die zweite Jahreshälfte 2013 reicht von der Bibelauslegung und dem Talmud über die Spuren jüdischen Lebens in Wiesbaden bis hin zu jüdischem Kochen und israelischen Tänzen. Für die Volkshochschule Wiesbaden erklärte deren Direktor Hartmut Boger: „Angesichts der großen jüdischen Bildungstradition und der bedeutenden Rolle, die Juden bei der Gründung und konzeptionellen Ausgestaltung der Volkshochschulen gespielt haben, ist uns die Förderung dieses Projekts ein besonderes Anliegen.“
www.jg-wi.de/lehrhaus

Mitzvah Day: Der Zentralrat der Juden hat zu reger Teilnahme am diesjährigen Mitzvah Day Deutschland am 17. November 2013 aufgerufen. Der Mitzvah Day findet unter der Ägide des Zentralrats statt und ermöglicht freiwilligen Teilnehmern, das Leben von Mitmenschen durch gute Taten zu verschönern. Mögliche Projekte reichen von Begegnungen mit Senioren über Wohnraumverschönerungen und Sachspendensammlungen bis hin zu Umweltaktionen. Interessierte können auch eigene Ideen an den Zentralrat unter mitzvahday@zentralratdjuden.de einsenden. Weiterführende Informationen: www.mitzvah-day.de

Wahlen: In der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg fanden Anfang Juni Vorstandswahlen statt. Als erster Vorsitzender wurde Arno S. Hamburger im Amt bestätigt. Das Amt des zweiten bis fünften Vorsitzenden üben Rudolf Ceslanski, Mark Spivak, Jurij Kopf und Anna Arbel (Pimstein) aus. Die Wahlen wurden turnusgemäß abgehalten. Bei der Nürnberger Gemeinde handelt es sich um die zweitgrößte jüdische Gemeinde in Bayern.

Umwelt: Am 16. Juni fand eine gemeinsame Veranstaltung der zum Zentralrat der Juden in Deutschland gehörenden Projektgruppe Jews Go Green und des Umweltschutzvereins Hima e.V. statt. Hima widmet sich dem Thema „Umweltschutz“ aus islamischer Perspektive. Die beiden Organisationen trafen sich zu einem Bio-Fairtrade-Brunch in der Heidelberger Synagoge. Beide Veranstalter betonten die große Bedeutung, die sie der gemeinsamen Veranstaltung beimessen. Ziel der Veranstaltung war es, die Einstellung beider Religionen zur Umwelt aufzuzeigen und eine Dialog-Plattform für junge Juden und Muslime zu schaffen.