13. Jahrgang Nr. 6 / 28. Juni 2013 | 20. Tammus 5773

Sicherheit

Im Juni fand in Berlin eine Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum Thema „Sicherheitsanforderungen jüdischer Gemeinden in der OSZE-Region“ statt. Im Mittelpunkt der Konferenz standen Bedrohungsfaktoren, denen sich jüdische Gemeinden und Einrichtungen gegenübersehen, sowie die sich daraus ergebenden Anforderungen.
In einem Grußwort überbrachte der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, den Konferenzteilnehmern Grüße des Zentralratspräsidenten Dr. Dieter Graumann. Kramer nahm auch zu der von der Konferenz berührten Problematik Stellung. Es gebe, erklärte er, zwar viele Details im Bereich der Sicherheit, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien, es sei aber gut und wichtig, über gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren, Bedrohungen zu analysieren und voneinander zu lernen. Die Bedrohung, mit der jüdische Gemeinden konfrontiert seien, trage globalen Charakter, sodass die jüdischen Netzwerke sowie die Aufklärungs- und Gegenmaßnahmen nicht weniger global sein sollten.
Die Bedrohung gehe von Rechts- und Linksextremisten, Neonazis, verschiedenen „traditionellen“ Antisemiten sowie von Islamisten und selbst ernannten Dschihadisten aus. Besonders betonte Kramer auch die internationale Bedrohung durch Organisationen wie die Hisbollah, die in vielen Ländern mit einem interkontinentalen Netzwerk aktiv sei und durch den Iran geschützt werde.
Kramer beklagte, viele Europäer schienen zu denken, dass Juden in irgendeiner Weise legitimere Ziele als andere Bevölkerungsgruppen seien. Doch sei es wichtig zu betonen, „dass ein Angriff auf Juden oder andere Minderheiten ein Angriff auf die Gesellschaft als Ganzes ist“. Kramer sagte ferner, es gehe eben nicht nur um Sicherheit für Juden, „sondern für alle friedliebenden Bürger unserer Länder, die einer gemeinsamen Bedrohung durch Extremismus und Terror seitens politischer oder religiöser Fundamentalisten ausgesetzt sind“. Er wies dabei auf die Bedrohungen hin, denen unter anderem Sinti und Roma sowie Muslime ausgesetzt sind.
Der Generalsekretär des Zentralrats drückte seine Hoffnung aus, die Konferenz werde zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Gemeinden in aller Welt ebenso wie zwischen den Gemeinden und den Sicherheitsbehörden führen. In Deutschland, so Kramer ferner, seien und blieben die deutschen Sicherheitsbehörden für die Sicherheit der Juden verantwortlich. Natürlich achteten die jüdischen Einrichtungen auch selbst auf ihre Sicherheit und pflegten eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden der Bundesrepublik. zu