13. Jahrgang Nr. 6 / 28. Juni 2013 | 20. Tammus 5773

Versprochen – gehalten

Beim zweiten Round Table jüdischer Organisationen wurden die Teilnehmer über das neue Informationsportal des Zentralrats und über künftige Projekte unterrichtet

Am 11. Juni fand in Berlin der vom Zentralrat der Juden in Deutschland organisierte zweite Round Table jüdischer Organisationen statt. An den Beratungen nahmen rund 30 Organisationen aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik teil – auch wenn einige wegen des Hochwassers in Ost- und Norddeutschland verhindert waren.
Bei der Zusammenkunft handelte es sich um eine Folgeveranstaltung des 2012 einberufenen ersten Round Table. Damals hatten sich die meisten Teilnehmer mehr Austausch und bessere Vernetzung gewünscht. Jetzt konnte Zentralratspräsident Dr. Dieter Graumann große Fortschritte bei der Realisierung dieses Ziels verkünden. Im Mittelpunkt der dreistündigen Sitzung stand das neue Onlineportal des Zentralrats mit dem Namen „Zentrakol“. „Zentrakol“ bietet allen jüdischen Gemeinden und Organisationen einen bundesweiten Veranstaltungskalender und eine Kulturdatenbank. Das soll es allen Nutzern erleichtern, für eigene Veranstaltungen zu werben und gezielt nach Veranstaltungen oder Künstlern, Filmen oder Ausstellungen zu suchen. Schon eingestellt sind rund 250 Einträge von Künstlern aus dem Kulturprogramm des Zentralrats. Die Datenbank soll kontinuierlich erweitert werden und beispielsweise Empfehlungen von Künstlern aus den Gemeinden bieten. Auf einer Pinnwand finden sich zudem Bekanntmachungen des Zentralrats, im Service-Bereich stehen Formulare zum Download zur Verfügung.
Der Name des neuen Portals ist Programm: „Zentra“ weist auf den Zentralrat als Organisator hin. „Kol“ bedeutet auf Hebräisch „Stimme“ – im Einklang mit dem Bestreben des Zentralrats, die gemeinsame politische Stimme für jüdische Gemeinden und Organisationen zu sein. Der Name erinnert aber auch an ein zweites hebräisches „Kol“ – zu Deutsch „alles“ oder „alle“. Im Hebräischen anders geschrieben, aber gleichlautend ausgesprochen, weist dieses Wort auf die Tatsache hin, dass das Portal alle wichtigen Informationen zusammenfassen und ein Zeichen für ein starkes Gemeinschaftsgefühl setzen soll.
„Ich erhoffe mir das Signal, dass der Zentralrat nicht irgendwer ist, sondern wir alle ein Stück Zentralrat sind“, sagte Dr. Graumann. Der Zentralrat wolle den Organisationen und Gemeinden aber nicht in ihre Arbeit hineinreden. „Wir wollen koordinieren, nicht korrigieren.“ Es gehe darum, die Kräfte zu bündeln und an einem Strang zu ziehen, betonte der Zentralratspräsident.
Die neue Bildungsabteilung des Zentralrats präsentierte die Seminare, die noch in diesem Jahr anstehen, sowie Pläne für 2014. Thematische Schwerpunkte sind „Jüdisches Wissen“, „Politik und Gesellschaft“ sowie „Fortbildung“. Als Highlight wird gegen Ende des Jahres eine Lesung mit dem israelischen Schriftsteller David Grossman stattfinden. Im kommenden Jahr soll es unter anderem um jüdische Kinder- und Jugendliteratur, Traumata der Dritten Generation, die Rolle der Frau im Judentum und jüdischen Humor gehen. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer des Round Table auch über den vom Zentralrat neu ins Leben gerufenen Mitzvah Day Deutschland informiert. zu