13. Jahrgang Nr. 5 / 31. Mai 2013 | 22. Siwan 5773

Aus den Gemeinden

Halle:

Die Jüdische Gemeinde zu Halle (Saale) feierte am 5. Mai den Einzug einer neuen Tora-Rolle. In Anwesenheit zahlreicher Gäste wurde die in Jerusalem geschriebene, 45 Zentimeter hohe Tora-Rolle durch die Eintragung des letzten Buchstabens vor Ort abgeschlossen. Die Rolle wird im Gottesdienst Verwendung finden. Zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung zählte die Gemeinde nur noch zehn Mitglieder, doch ist sie im Zuge der Zuwanderung aus der Ex-UdSSR erheblich gewachsen und hat heute rund 630 Mitglieder, die nicht nur in Halle selbst, sondern auch in mehreren anderen Städten in Sachsen-Anhalt leben.

Bamberg:

Ende April hat die Gemeindeversammlung der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg einen neuen Vorstandvorsitzenden und eine stellvertretende Vorsitzende gewählt. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Martin Arieh Rudolph gewählt. Als Zweite Vorsitzende amtiert Assija Spivak.

Osnabrück:

Die Theatergruppe der Jüdischen Gemeinde Osnabrück „Chawejrim" hat im Mai nach anderthalbjährigen Proben das Bühnendrama „Die Töchter des Milchmanns" uraufgeführt. Das auf Russisch aufgeführte Stück beruht auf dem Buch von Scholem Alejchem „Tewje, der Milchmann", wurde von Regisseurin Irina Brodskaja aber teilweise abgeändert. Dabei wurde das Schicksal von Tewjes Töchtern stärker in den Vordergrund gerückt.

Düsseldorf:

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat die Absetzung einer Aufführung der Wagner-Oper „Tannhäuser" durch die Düsseldorfer Rheinoper begrüßt. Die Aufführung war sofort nach der Premiere auf heftige Kritik gestoßen. Der Regisseur hatte die Handlung in eine Nazi-Umwelt versetzt und unter anderem die Ermordung von Menschen in einer Gaskammer nachgestellt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Dr. Oded Horowitz, erklärte, es bestehe die Gefahr, dass das Leid der Opfer durch eine inflationäre Verwendung von NS-Symbolik bagatellisiert werde.

Union Progressiver Juden:

Die Vorsitzende der Union Progressiver Juden in Deutschland, Sonja Guentner, wurde im Mai in den Vorstand der World Union for Progressive Judaism (WUPJ) gewählt. Die WUPJ ist die internationale Dachorganisation der liberalen Strömung des Judentums. Mit Sonja Guentners Wahl ist Deutschland erstmals im höchsten Gremium des Weltverbandes vertreten.

Bund traditioneller Juden:

Der im vergangenen Jahr gegründete Bund traditioneller Juden in Deutschland (BtJ) ist seit kurzem im Internet zu finden. In ihrem Internetauftritt stellt die Organisation ihre Ziele und ihre Tätigkeit vor. Dem BtJ gehören gegenwärtig sechs Gemeinden an. BtJ-Vorsitzender ist der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Michael Grünberg. www.btjd.de