5. Jahrgang Nr. 6 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

Nachrichten

„Leadership-Seminar war voller Erfolg“

„Sie müssen die Initiative ergreifen, sie müssen sich für ihre Gemeinden engagieren“, mit diesen Worten eröffnete die amtierende Direktorin der Berliner Niederlassung des „American Jewish Committee“ (AJC), Deidre Berger, das erste „Leadership Seminar für russischsprachige Zuwanderer“, das gemeinsam vom AJC und dem Zentralrat der Juden in Deutschland veranstaltet wurde. Die engagierten 16 Teilnehmer aus den Jüdischen Gemeinden der Bundesrepublik hatten zum ersten Mal die Gelegenheit unter fachlicher „Aufsicht“, zu üben, wie man etwa Gremien oder Sitzungen leitet, wie man sich Autorität verschafft, wie man Personalgespräche führt u.v.m. „Und es war ein voller Erfolg“, waren sich die vier Seminarleiter einig.

„Hier trauten sich die Teilnehmer, Dinge zu fragen, die einerseits für ihre Gemeindearbeit wichtig sind und andererseits von den Gemeinden nicht wirklich beantwortet werden können“, ist sich Seminarleiter Ross Lazar aus München sicher. „Die Realität in den Gemeinden ist oft hart und trifft viele junge russische Gemeindeaktivisten unvorbereitet. Sie werden mit antisemitischen Beschimpfungen von Außen konfrontiert oder müssen harte haushaltspolitische Einschnitte in den Gemeindeparlamenten durchsetzen“, fügt Trainer Sergey Lagodinsky an. Das viertägige Training war also ein erster Schritt für die potentiellen aktiven Gemeindevertreter, ein Stückchen Alltag zu üben.
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Synagoge in Bamberg eingeweiht

Knapp 67 Jahre nach der Reichspogromnacht der Nazis ist Ende Mai in Bamberg eine neue Synagoge mit Gemeindezentrum eingeweiht worden. «Damit beginnt eine neue Ära für die Jüdische Gemeinde», sagte der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, Heiner Olmer. Die bisherigen Räume waren wegen der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion zu klein für die Gemeinde geworden. Deshalb wurde ein leer stehendes Fabrikgebäude für rund drei Millionen Euro zur Synagoge umgebaut.
dpa


Gedenktafel enthüllt

An der Ziegelstraße 12 in Berlin-Mitte wurde eine Gedenktafel enthüllt, die an die „Luisenschule“ erinnern soll. Die 1838 gegründete „erste städtische höhere Mädchenschule“ stand für Weltoffenheit, Humanismus und Toleranz. In der fortschrittlichen Lehreinrichtung lernten u.a. so namhafte jüdische Schülerinnen wie die Kinderbuchautorinnen Paula Dehmel und Else Ury. Nachdem bereits 1933 zu liberale Lehrkräfte von den Nazis der Schule verwiesen worden waren, wurde sie 1945 endgültig geschlossen.
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