13. Jahrgang Nr. 4 / 26. April 2013 | 16. Ijar 5773

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

GUF (hebräisch): Körper.

Dieser Ausdruck kann einen menschlichen oder tierischen, aber auch einen abstrakten, anderen Körper bezeichnen. Laut rabbinischem Schrifttum und mystischer Literatur werden die Seelen von noch ungeborenen Menschen im Guf aufbewahrt. Erst nach der Geburt vereinigen sie sich mit dem menschlichen Körper.

GUSMA (aramäisch): Übertreibung.

In der talmudischen Sprache bezeichnet dies eine bewusst auf Übertreibungen beruhende Diskussionsmethode. Mit ihr soll der Gegenstand der Argumentation von weiterer Debatte ausgenommen werden. In talmudischen Diskussionen wird eine Behauptung öfters mit dem Zusatz ergänzt: „D'kula Alma lo Pelige" („Darüber kann die ganze Welt nicht diskutieren") – und zwar weil der Gegenstand der Diskussion so klar ist.
Unsere Weisen meinen, dass der Ausdruck Gusma als eine Abkürzung für die Worte „Gam So Ma" („Auch das ist etwas") verstanden werden kann. Will heißen: Selbst wenn die Weisen übertrieben, so taten sie dies bewusst und zu einem klaren Zweck.