07.05.2013

Dr. Dieter Graumann neuer Vizepräsident des World Jewish Congress

  • Foto: Zentralrat

    Der World Jewish Congress tagt erstmals in Osteuropa und wurde von Präsident Ronald S. Lauder (r.) eröffnet. Dr. Graumann (M.) wurde zum Vizepräsidenten gewählt. Zu Gast war Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Foto: Zentralrat

  • WJC-Präsident Ronald S. Lauder bei seiner Auftaktrede zur Vollversammlung des World Jewish Congress in Budapest. Foto: Martin Fejer

  • Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán begrüßte die Delegierten in der Hauptstadt. Foto: Martin Fejer

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, ist am Montag in Budapest zum Vizepräsidenten des World Jewish Congress (WJC) gewählt worden.

„Ich freue mich sehr und bin mir über diese verantwortungsvolle Position sehr bewusst“, sagte Dr. Graumann im Anschluss an die Wahl, die während der Vollversammlung des Jüdischen Weltkongresses stattfand. „Die weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit ist für uns Juden besonders wichtig. Der Zusammenhalt über Landesgrenzen hinweg ist eine jahrtausendealte jüdische Tradition. Das zeigt sich auch gerade daran, dass das WJC mit seiner Vollversammlung in Ungarn tagt. In dem Land breitet sich gerade eine aggressive antisemitische Stimmung aus, ausgehend von einer durch und durch faschistischen Partei, die zurzeit drittstärkste Macht im Lande ist. Doch wir lassen uns keineswegs einschüchtern und stehen ganz klar und geschlossen an der Seite der ungarischen Juden. Wir setzen hier ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Intoleranz.“

Dr. Graumann betonte, dass er als WJC-Vizepräsident den internationalen Austausch erheblich verstärken will. Zugleich wertete er seine Wahl als "deutliches Zeichen des Respekts für die gesamte jüdische Gemeinschaft in Deutschland, die inzwischen in der ganzen jüdischen Welt geachtet wird."

Seit April 2011 ist Dr. Graumann auch Vizepräsident des European Jewish Congress.

Zugleich bestätigten die mehr als 300 Delegierten aus 100 Staaten WJC-Präsidenten Ronald S. Lauder in seinem Amt.

Seit seiner Gründung 1936 in Genf vertritt der Jüdische Weltverband die Interessen jüdischer Spitzenverbände und Organisationen öffentlich und mit Nachdruck. Immer wieder hat er vor wachsendem Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus weltweit gewarnt. Der Jüdische Dachverband tagt erstmals in Osteuropa und beschäftigt sich noch bis Dienstag mit Themen wie einer Friedensperspektive im Nahen Osten und Fragen der Religionsfreiheit.

Berlin/Budapest, 6. Mai 2013/26. Ijar 5773