5. Jahrgang Nr. 6 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

Nachrichten

Kampf gegen Antisemitismus

Die 55 Mitgliedstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben am Ende ihrer Konferenz im südspanischen Cordoba zu einem verstärkten Kampf gegen Antisemitismus und religiöse Diskriminierung aufgerufen. Extremismus und Terrorismus dürften nicht mit der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder Volksgruppe gleichgesetzt werden, hieß es in der Abschlusserklärung. Auch Krisensituationen rechtfertigten Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gegenüber Juden, Muslimen oder Christen nicht. Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos warnte davor, Antisemitismus als Randerscheinung oder als ein Problem der Vergangenheit abzutun. An der zweitägigen Konferenz nahmen Regierungsvertreter und Experten der Mitgliedsländer teil. Auf der Vorgängerkonferenz im vergangenen Jahr in Berlin hatten sich die OSZE-Staaten verpflichtet, Fälle von Ausländerhass und Intoleranz zu melden.
dpa


Papst will Beziehungen zu Juden verbessern

Papst Benedikt XVI. hat zur Fortsetzung des Dialogs und der Versöhnung zwischen Christen und Juden aufgerufen. Bereits sein Vorgänger Johannes Paul II. habe wichtige Schritte in diese Richtung unternommen, sagte der Papst bei einem ersten offiziellen Treffen mit jüdischen Glaubensvertretern Anfang Juni im Vatikan. An dem Treffen nahmen der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Israel Singer, sowie dessen Präsident Edgar Bronfman teil. "Die Geschichte der Beziehungen unserer beiden Glaubens-Gemeinschaften ist vielschichtig und oftmals schmerzlich gewesen", fügte der 78jährige deutsche Joseph Ratzinger hinzu. Aus der Vergangenheit ergebe sich für Christen und Juden eine moralische Verpflichtung, für "Gerechtigkeit, Respekt vor der menschlichen Würde sowie für Frieden" einzutreten. Papst Johannes Paul II. hatte in einem spektakulären "Mea Culpa" im Jahr 2000 um Vergebung für Verfehlungen der Kirche gebeten und dabei ausdrücklich auch die Judenverfolgungen genannt. Im selben Jahr betete er an der Klagemauer in Jerusalem. Bereits 1998 hatte der Vatikan in einem offiziellen Dokument "Nachdenken über die Shoah" Mitschuld von Christen am Holocaust eingeräumt.
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Rechtsextreme Gewalttaten haben zugenommen

In Brandenburg wurden im vergangenen Jahr 105 rechtsextreme Gewalttaten verzeichnet. Das sind 20 Prozent mehr als 2003. Sie werden meist spontan verübt. Die Zahlen gehen aus dem aktuellen Verfassungsschutzberichts 2004 des Landes. Demzufolge seien 85 Prozent Ersttäter im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Nur 17 Prozent der Täter seien arbeitslos, bei den meisten handle es sich um Schüler, Auszubildenden und Berufstätige. Auch die Zahl der so genannten Propaganda-Delikte wie Hakenkreuz-Schmierereien hat sich erhöht, von 669 auf 722 Fälle.
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