5. Jahrgang Nr. 6 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

Aus der Rede von Moshe Katsav vor dem Deutschen Bundestag

Ich danke Ihnen, verehrte Mitglieder des Bundestags und des Bundesrats, für die Einladung, anlässlich des 40. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland [...] Wir möchten den Regierungen Europas unsere Wertschätzung ausdrücken, unter anderem der Bundesregierung, die mit entschiedenen Schritten gegen die Welle des Antisemitismus

Die wachsende Legitimation neonazistischer Kräfte und ihre zunehmende Verankerung in der deutschen Öffentlichkeit bereiten uns Sorgen. [...] Ich schätze die absolute Ablehnung der Neonazis von Seiten der großen Mehrheit der Deutschen. Ich schätze die beeindruckende Zahl der Deutschen, die vor dem Brandenburger Tor gegen die Neonazis demonstrierten. Die deutsche Demokratie ist widerstandsfähig und wird Wege finden, gegen dieses Problem anzugehen. Wir haben das moralische Recht von Deutschland zu verlangen, keinerlei neonazistische Philosophie in Deutschland Fuß fassen zu lassen.

[...] Israel und Deutschland haben sich das Ziel gesetzt, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aufzubauen, um den Herausforderungen die uns bevorstehen gerecht zu werden.

Zwischen unseren beiden Staaten herrscht eine politische Nähe, sorgen wir dafür, dass sie in gemeinsamen Werten, gemeinsamen Überzeugungen und gemeinsamen Wegen ihren Ausdruck findet. [...] Verwandeln wir das Trauma der Vergangenheit in eine Hoffnung für die Zukunft, unsere besondere Beziehung in eine Brücke für die Freundschaft unter den Völkern, einen Anker gegen den Totalitarismus und für menschliche Werte – als Botschaft für Menschlichkeit gegen Rassismus und Antisemitismus. Auf internationaler Ebene ist Deutschland ein echter Freund Israels. [...]