13. Jahrgang Nr. 2 / 28. Februar 2013 | 18. Adar 5773

Stalingrad

Anfang Februar ist eine Delegation des Bundesverbandes der Veteranen, Ghetto- und KZ-Gefangenen sowie der Überlebenden der Leningrader Blockade zu den zentralen Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestages des Endes der Schlacht von Stalingrad gereist. An der Spitze der Delegation stand der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Petro Feldman. Als weitere Delegationsmitglieder nahmen Ilya Ivanov und Eduard Stelmach teil. Die Reise erfolgte auf Einladung der Stadtverwaltung von Wolgograd, wie die Stadt seit der Entstalinisierung heißt, und wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland gefördert.
Während ihres Besuchs nahm die Delegation an einem Gouverneursempfang teil, bei dem Feldman im Namen des Bundesverbandes eine Ansprache hielt. Die Delegation legte auch Kränze am Ewigen Feuer in der Heldenallee und an der Statue „Mutter Heimat ruft“ nieder. An den Feierlichkeiten in Wolgograd nahm unter anderen der russische Staatspräsident Wladimir Putin, teil. Deutschland wurde durch seinen Botschafter in der Russischen Föderation, Ulrich Brandenburg, vertreten. Der Botschafter und deutsche Delegationen legten am Soldatenfriedhof und an den zentralen Gedenkstätten in Wolgograd Kränze nieder.
In den Reihen sowjetischer Truppen, die 1942/43 während der ein halbes Jahr andauernden Kampfhandlungen die entscheidende Wende des Zweiten Weltkrieges erzwangen, kämpften zahlreiche jüdische Soldaten. Zu ihnen gehörte unter anderem die erfolgreichste Kampfpilotin des Zweiten Weltkrieges, Lydia Litwak. Als Kommandeur eines Kampfverbandes zeichnete sich in Stalingrad auch Matwej Weinrub, der später zum Generalmajor aufsteigen sollte, aus. Und wie die jiddisch-sowjetische Zeitung „Eynikeit“ drei Jahre nach Kriegsende berichtete, war es der Odessaer Jude Oberstleutnant Leonid Winokur, der die Kapitulation des Befehlshabers der 6. Armee der Wehrmacht, General Friedrich Paulus, entgegennahm.
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