13. Jahrgang Nr. 2 / 28. Februar 2013 | 18. Adar 5773

Perspektiven

Vom 3. bis 5. Februar fand in Berlin eine Konferenz über die Entwicklungsaussichten des europäischen Judentums im 21. Jahrhundert statt. Veranstalter war die Networking- und Studienorganisation „Shifting Thought Shifting Action". Die Organisation ist im Rahmen der von der jüdisch-amerikanischen Philanthropin Lynn Schustermann ins Leben gerufenen ROI Community, einer weltweiten Gemeinschaft jüdischer Innovatoren, tätig.
Ein wichtiges Thema der Konferenz, an der jüdische Aktivisten der jüngeren Generation aus zwanzig Ländern teilnahmen, war die Nutzung moderner Technologie für den Informations- und Erfahrungsaustausch unter jüdischen Gemeinden in ganz Europa.
Während der Veranstaltung nahm der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kamer, an einer Podiumsdebatte über die Perspektiven jüdischer Gemeinden in Europa teil. Kramer betonte die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit jüdischer Gemeinden aus verschiedenen Ländern – nicht nur in Europa, sondern auch auf globaler Ebene.
Ferner ging Kramer auf die Frage der jüdischen Identität in Deutschland und in Europa ein. Er setzte sich für mehr Offenheit in der Debatte über jüdisches Selbstverständnis ein. Unter anderem, so der Generalsekretär des Zentralrats, müssten Elemente jüdischen Selbstverständnisses, die über die Religion hinausgingen, gebührend berücksichtigt werden. Eine Definition, die das Judentum ausschließlich als Religion sehe, greife trotz der zentralen Bedeutung des Glaubens zu kurz.
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