12. Jahrgang Nr. 12 / 17. Dezember 2012 | 4. Tewet 5773

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

GIJUR (hebräisch):

Übertritt zum Judentum

Die Zugehörigkeit zum Judentum wird normalerweise über die Mutter weitergegeben. Dennoch besteht die Möglichkeit eines Übertritts, wenngleich es nicht der Ehrgeiz des Judentums ist, Angehörige anderer Religionen oder Konfessionslose zum Judentum zu bekehren.

Beim Gijur müssen alle im jüdischen Gesetzestext festgehaltenen Gebote zur Konversion befolgt werden. Zunächst gibt es einen Vorbereitungskurs durch geeignete, gesetzestreue Lehrer, wobei die wesentlichen zu erfüllenden Gebote und die Verbote, ferner die Zeremonien, Gebete und Rituale des Judentums gründlich studiert und angeeignet werden müssen. Die hebräische Sprache soll so weit beherrscht werden, dass der Konvertierende die Gebete lesen, die synagogalen Schriftvorlesungen mitverfolgen und im Wesentlichen verstehen kann.

Nach bestandener Prüfung vor dem Rabbinatsgericht und nach der bei männlichen Konvertiten durchzuführenden Beschneidung erfolgt das Untertauchen im Ritualbad, der Mikwa, unter Aufsagen eines Segensspruchs. Anschließend wird die Übertritts-Urkunde ausgehändigt.

Eine Konversion bringt einschneidende Veränderungen in der gesamten Lebensführung mit sich. Die Einhaltung der Schabbat- und Feiertagsgesetze ist selbstredend. Für Frauen gilt auch die Mitzwa des freitagabendlichen Lichtzündens sowie der monatliche Gang zur Mikwa.