12. Jahrgang Nr. 10 / 31. Oktober 2012 | 15. Heshvan 5773

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

GER (hebräisch):

„der sich befindet“ oder „der sich aufhält“. In der Tora ist ein „Ger“ sowohl der „Fremdling“ als auch der „Einwohner“. In der nachbiblischen Zeit wurde „Ger“ als „Proselyt“ übersetzt. Dies bezog sich auf eine „fremde“, „nichtisraelitische“ Person, die aber unter Israeliten lebte. Die rabbinische Tradition interpretierte das Wort „Ger“ als Proselyten, der zum Judentum übergetreten war.
Im Talmud hat „Ger“ öfters zweierlei Bedeutungen. Der „Ger Zedek“ (Zedek = Gerechtigkeit) bezieht sich auf einen „gerechten Konvertiten“, also auf jemanden, der die Einhaltung der Gebote der Tora auf sich nimmt. Der „Ger Toschaw“ (Toschaw = Einwohner) war ein nichtjüdischer Einwohner des Landes Israel, der die „sieben noachidischen Gesetze“ einhielt, die nach dem Judentum für die gesamte Menschheit geltenden Gebote. Heute bezieht sich der Ausdruck „Ger“ auf jemanden, der zum Judentum konvertiert ist.

GET (hebräisch):

Scheidung, Scheidungsbrief. Die Scheidung wird vor einem Bet Din (Rabbinatsgericht) in Anwesenheit beider Parteien durchgeführt. Der Vorsitzende des Rabbinatsgerichts weist im Auftrag des Ehemannes den Sofer (Schreiber) an, den Get an Ort und Stelle zu schreiben. Das Dokument muss handschriftlich erstellt werden und enthält die Namen der Parteien, den Namen der Stadt wie auch des Flusses, der gegebenenfalls durch die betreffende Stadt fließt.