12.10.2012

Beschneidung steht nicht zur Debatte

„Die Beschneidung ist für mich ein religiös konstitutives, körperlich sichtbares Siegel des Bundes mit G'tt, dessen ritueller Vollzug am achten Tag nach der Geburt für einen männlichen Juden nicht zur Disposition steht", erklärt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, und widerspricht damit aktuellen Meldungen, wonach er die religiöse Beschneidung von jüdischen Jungen in Frage stellt. „Durch eine irreführende Überschrift in einem Interview mit Zeit Online vom heutigen Tage sei offensichtlich der Eindruck entstanden", so der Generalsekretär, „er könne sich vorstellen, die Beschneidung abzuschaffen. Dies sei mitnichten der Fall und sei auch nicht Inhalt des Artikels", betont Kramer. „Wichtig sei ihm jedoch", so Kramer, „ein offener Umgang mit sachlicher Kritik der Beschneidungsgegner und eine inhaltliche Diskussion auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft über deren Werte und Traditionen. Nur wer Gesprächsbereitschaft signalisiert, kann auch überzeugen," so der Generalsekretär. „Diese Position des Zentralrats der Juden in Deutschland besteht seit Beginn der Debatte und hat sich auch nicht geändert", so Kramer.

Berlin, den 12.10.2012/ 26. Tischri 5773