12. Jahrgang Nr. 9 / 28. September 2012 | 12. Tischri 5773

Zu Gast in Skopje

Ronald S. Lauder und Stephan J. Kamer besuchten Mazedonien

Auf Einladung der jüdischen Gemeinschaft Mazedoniens haben der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, am 11. September Mazedonien besucht. Die beiden Gäste trafen mit Mazedoniens Staatspräsident Dr. Gjorge Ivanov und Ministerpräsident Nicola Gruevski zusammen. Im Vordergrund des Gesprächs standen die Beziehungen des Balkan-Landes zur EU und zur NATO sowie Wirtschaftsfragen. Präsident Ivanov betonte, Mazedonien messe der jüdischen Gemeinschaft des Landes große Bedeutung bei.
Lauder und Kramer trafen sich auch mit Victor Mizrahi, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Mazedonien, und mit anderen Vorstandsmitgliedern. Ferner besuchten sie das Holocaust-Gedenkmuseum in der Hauptstadt Skopje. Lauder brachte seine Anerkennung für die Tätigkeit des Museums zum Ausdruck. Das Museum dient auch als Stätte des Lernens und wird nicht zuletzt von zahlreichen Schulklassen besucht. Kramer ist Mitglied des Internationalen Beirats des Museums.
Während des Besuchs rief Kramer zu einer gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte der bulgarischen Besatzung Mazedoniens auf. Bulgarische Truppen besetzten Mazedonien, damals Teil Jugoslawiens, im April 1941 und leiteten antijüdische Verfolgungsmaßnahmen ein. Im März 1943 wurden 7.200 der 8.000 mazedonischen Juden in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Niemand von ihnen überlebte.
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