12. Jahrgang Nr. 9 / 28. September 2012 | 12. Tischri 5773

Heinrich Olmer verstorben

Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg, Dr. Heinrich Chaim Olmer, ist am 29. August 2012 unerwartet im Alter von 63 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Der gebürtige Bamberger, studierte Diplom-Kaufmann und Handelslehrer diente seiner Gemeinde seit 1989 als Vorsitzender. Nicht zuletzt seinem Engagement ist es zu verdanken, dass die nach 1990 schnell gewachsene Gemeinde heute über eine gute Infrastruktur verfügt.
Am 1. Juni 2005 konnten in einer ehemaligen Nähseidenfabrik die neue Synagoge und das Gemeindezentrum „Or Chajim“ eröffnet werden. Als Angebot für Juden und Nichtjuden gleichermaßen wurde dort auch ein jüdisches Lehrhaus eingerichtet. Im November 2011 wurde in der Synagoge – neben vier anderen Rabbinern – mit Dr. Antje Yael Deusel auch eine Bambergerin zur Rabbinerin ordiniert. Sie betreut heute die rund 900 Gemeindemitglieder gemeinsam mit Kantor Arieh Rudolph religiös und seelsorgerlich. Die Rabbinerin würdigte Olmer als einen „sehr charismatischen und visionären Leiter“.
Olmer engagierte sich nicht nur für seine Gemeinde, sondern auch für die jüdische Gemeinschaft insgesamt. Im Februar 1997 berief ihn der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden Bayerns erstmals in sein Präsidium. Von 2000 bis 2011 vertrat er den Landesverband im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland. Anschließend war er bis zu seinem Tode stellvertretendes Mitglied des Direktoriums. Einen großen Verlust für Bamberg und Bayern beklagten die Vertreter der Kirchen und der politischen Parteien.
Olmer selbst vertiefte sich in den letzten Jahren in jüdische Studien und wurde 2010 an der Bamberger Universität mit seiner Doktorarbeit „Wer ist Jude?“ promoviert.
hpk