Infoblatt Synagogengemeinde

Die Synagogen-Gemeinde Köln

  • Die jüdische Gemeinde in Köln ist die Älteste nördlich der Alpen. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einem Dekret des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321 d. Z. (n. Chr.)
  • Im Mittelalter kam es in Köln zu Pogromen gegen Juden. 1424 beschloss der Rat der Stadt, die Juden aus Köln zu vertreiben. Erst mit der Besetzung Kölns durch napoleonische Truppen durften sich wieder Juden in Köln niederlassen. 1798 erhielt das erste jüdische Ehepaar die Erlaubnis, ansässig zu werden.
  • Das jüdische Leben kam zu neuer Blüte. 1861 wurde die prächtige Synagoge in der Glockengasse eingeweiht, heute Standort des Opernhauses.
  • 1899 wurde die Synagoge in der Roonstraße im neo-romantischen Stil eingeweiht. Es handelte sich damals um eine liberale Synagoge. Insgesamt gab es vor dem Zweiten Weltkrieg sechs Synagogen in Köln.
  • NS-Zeit und Shoa: Anfang 1933 hatte die Synagogen-Gemeinde Köln rund 20.000 Mitglieder. Bereits 1939 war die Zahl auf 8.000 Juden gesunken, bedingt durch Auswanderung und Verfolgung. 1941 begannen die Deportationen, vor allem in das Konzentrationslager Theresienstadt. Ende 1944 gab es, bis auf wenige in der Illegalität Lebende, keine Juden mehr in Köln. Rund 11.000 Juden aus Köln wurden Opfer der Shoa.
  • Am 29. April 1945 fand in den Trümmern der Synagoge Roonstraße der erste Gottesdienst statt. Im Anschluss gründeten 80 Männer und Frauen die Kölner Synagogen-Gemeinde wieder. 1957 zählte die Gemeinde durch die Rückkehr von Juden 1.200 Mitglieder. Die Synagoge Roonstraße wurde restauriert und 1959 eingeweiht. Heute hat die orthodox geführte Einheitsgemeinde rund 4.500 Mitglieder und ist damit die fünftgrößte in Deutschland. 2005 war Papst Benedikt XVI. auf Einladung der Gemeinde zu Gast in der Synagoge.
  • In der Ottostraße wurde 1945 in den baulichen Überresten des „Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache" das erste Gemeindezentrum mit einer kleinen Synagoge eingerichtet. Seit 2003 befindet sich dort, nach umfassenden Renovierungen und Neubauten, das Jüdische Wohlfahrtszentrum mit Verwaltung, der Franz-Herschtritt-Kindertagesstätte, der Lauder-Morijah-Grundschule und dem Elternheim (Altenpflegeheim).
  • Weitere Informationen unter: www.sgk.de