Infoblatt Ordination

  • Der Begriff Ordination (lat.: ordinatio – Bestellung, Weihe) meint im Allgemeinen eine Handlung, bei der Gläubige zum geistlichen Amt gesegnet oder berufen werden.
  • Die Ordination wird im Judentum als Smicha bezeichnet. Das Wort kommt vom hebräischen „lismoch" – sich anlehnen. Erstmals tauchte der Begriff auf, als Moses die Führung über das jüdische Volk an Jehoschua weitergab. Auch heute noch wird die Ordination von einem Rabbiner an den nächsten übergeben
  • In Deutschland werden Rabbiner durch eine Ordination nach einer wissenschaftlichen Ausbildung oder einem Studium an einer Talmudhochschule in ihr Amt berufen. Diese Ausbildung erfolgt für orthodoxe Rabbiner am Rabbinerseminar zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Erfurt, für das liberale Judentum am Abraham-Geiger-Kolleg in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam. 2006 wurden in Dresden zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder Rabbiner in Deutschland ordiniert, in diesem Fall liberale. Die erste Ordinationsfeier in Deutschland für das orthodoxe Judentum fand 2009 in München statt.
  • Als offizielle Ordinations-Bestätigung erhalten alle Ordinierten ein Zertifikat. Es handelt sich dabei nicht um eine genau vorgeschriebene Form, enthalten ist aber auf jeden Fall der Satz „ Joreh, joreh keDat schel Tora" (Er wird entsprechend der Tora richten). In dem Dokument wird festgehalten, dass der Ordinierte genug Wissen hat, um Fragen der jüdischen Religionsgesetze (Halacha) zu beantworten und als Gemeinderabbiner tätig zu sein
  • Die Ordination wird durch die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschlands, der Conference of European Rabbis, der Orthodox Union of America und dem Rabbinical Council of America anerkannt.