12. Jahrgang Nr. 6 / 29. Juni 2012 | 9. Tammus 5772

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

EWER MIN HACHAI (hebräisch):

„Körperteil eines Lebewesens“. Die rabbinische Lehre fasst die sieben Noachidischen Gesetze zusammen, die als ethische Normen Gültigkeit für die gesamte Menschheit haben. Eine dieser Normen ist das Verbot, das Fleisch eines lebenden Tieres zu essen (Rambam, Hilchot Melachim, 8:10;– 10:12).

EXODUS (griechisch/lateinisch):

„Auszug, Ausgang“. Dieser Begriff der nichtjüdischen Theologie bezeichnet das 2. Buch Mose (Schemot), weil dieses den Auszug unserer Vorfahren aus Ägypten schildert.

FLEISCHIG, FLEISCHTIG (jiddisch, deutsch):

Der Begriff bezieht sich auf Nahrungsmittel, die Fleisch oder tierische Fette enthalten. Gemäß unserer Speisegesetzgebung unterscheiden wir zwischen fleischigen, milchigen und neutralen (parve) Lebensmitteln und Speisen.
Das Verbot, Milch und Fleisch zusammen zu genießen, geht auf den Tora-Satz zurück: „Du sollst nicht kochen das Böcklein in der Milch seiner Mutter.“ Da dieser Satz in der Tora dreimal vorkommt (2. Buch Mose 23:19 und 34:26 sowie 5. Buch Mose 14:21), gilt er als besonders wichtig. Nach rabbinischer Auslegung dürfen Milch- und Fleischprodukte weder zusammen gegessen noch zusammen gekocht werden oder bei der Aufbewahrung miteinander in Berührung kommen. Nach dem Genuss von Fleisch muss eine Pause eingehalten werden, bis Milchprodukte gegessen werden dürfen. Zudem werden milchiges und fleischiges Geschirr voneinander streng getrennt.