12. Jahrgang Nr. 5 / 31. Mai 2012 | 10. Siwan 5772

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

ETROG (hebräisch):

Paradiesapfel, Zitrusfrucht. Der Etrog wird als „Frucht eines Zitronenbaumes“ in der Tora (3. Buch Mose 23:40) bei der Beschreibung von Sukkot, dem Laubhüttenfest, erwähnt. Der Etrog gehört zu den „vier Arten“ (arba minim), die im Feststrauß für das Sukkotfest zusammengebunden werden. Das weitverbreitete volkstümlich-jiddische Sprichwort „Etrogim nach Sukkot“ meint, dass es für etwas zu spät ist, um es für seinen grundlegenden Zweck zu verwenden. Das heißt, man kann den schönsten Etrog auf der Welt haben, aber wenn er nach dem Fest kommt, ist er nutzlos geworden, da er nicht mehr für die Mitzwa des Feststraußes verwendet werden kann.

EWEN HAESER (hebräisch):

„Stein der Hilfe“. Ortsname im Tanach (1. Samuel 4:1; 5:1; 7:12). In Ewen-Haeser entwendeten die Phi­lister den Kindern Israel die Lade G’ttes.
Ewen Haeser ist auch der Name des dritten Teils des Schulchan Aruch – des von unserem großen Schriftgelehrten Jossef Karo (1488 - 1575) verfassten Rechtskodex. Dieser Teil befasst sich mit der Eheschließung, der Scheidung, der Schwagerehe nach dem Tod des Ehemannes und anderen Fragen des Ehelebens.