12. Jahrgang Nr. 5 / 31. Mai 2012 | 10. Siwan 5772

Neue Bibliothek

Am 10. Mai wurde im Gemeindezentrum „Etz Chaim" der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover die „Jüdische Bibliothek Hannover" eröffnet. Träger der Bücherei ist die Israel-Jacobson-Gesellschaft. Am Festakt nahmen 200 Ehrengäste aus Politik, Religion und Gesellschaft teil, darunter der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer. Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, erinnerte in einem Grußwort daran, dass am 10. Mai 1933 in zahlreichen deutschen Universitätsstädten, auch in Hannover, unzählige Bücher jüdischer und anderer Autoren von den Nazis öffentlich verbrannt worden waren. Die neue Bibliothek wird einen großen Teil dieser Werke wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Bislang hat die Bibliothek 4.000 Bücher verzeichnet, weitere 2.000 Bücher müssen noch registriert werden. Als Ziel wird ein Bestand von 20.000 Büchern, CDs und DVDs angestrebt. Die Sammlung umfasst jüdische Traditionsliteratur, Belletristik von jüdischen Autoren, Kinderbücher, Biografien, Werke zu jüdischer Philosophie und jüdischer Geschichte, aber auch Kochbücher für die koschere Küche. Neben deutschsprachigen Titeln findet man auch Werke in Hebräisch, Jiddisch, Englisch und Russisch. Die Bücher können im Lesesaal eingesehen und in der Regel auch entliehen werden.
Die Jüdische Bibliothek Hannover wird von der Landeshauptstadt Hannover gefördert. Sie ist Teil des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes der Norddeutschen Bundesländer, Thüringens und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und nimmt an der Fernleihe teil. hpk