Neue Kooperation zwischen dem Zentralrat der Juden, der Fachhochschule Erfurt und dem Rabbinerseminar zu Berlin
Das Studium „Jüdische Sozialarbeit" an der Fachhochschule Erfurt wird auf eine breitere Basis gestellt. Am Montag, 4. Juni 2012, wird ein neuer Kooperationsvertrag zwischen der Fachhochschule Erfurt und dem Rabbinerseminar zu Berlin im Rahmen eines Festaktes in Erfurt unterzeichnet.
2007 wurde die Möglichkeit geschaffen, Soziale Arbeit mit Schwerpunkt auf Jüdische Sozialarbeit zu studieren. Dies ist seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland erstmalig wieder möglich. Das Studium wurde in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland aufgebaut. Die Notwendigkeit eines solchen Studienfachs ergibt sich aus dem Zuwachs der jüdischen Gemeinden in Deutschland.
Das Rabbinerseminar zu Berlin, auch Hildesheimersches Rabbinerseminar genannt, wurde 1873 gegründet und ist nach seiner zwangsweisen Schließung im Jahr 1938 im Jahr 2009 vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Ronald S. Lauder Foundation wieder eröffnet worden. Die Studenten des Rabbinerseminars zu Berlin studieren nun gleichzeitig an der Fachhochschule Erfurt. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie neben der Ordination zum Rabbiner einen Bachelor Abschluss in Sozialer Arbeit mit Schwerpunkt Jüdischer Sozialarbeit. Mit dieser Akademisierung der Ausbildung sollen die Studenten noch besser auf ihre zukünftige Tätigkeit in den jüdischen Gemeinden in Deutschland vorbereitet werden. Insbesondere in ihren seelsorgerischen Funktionen müssen Rabbiner häufig auch als Sozialarbeiter fungieren. Für diese Aufgabe werden sie durch das FH-Studium ausgebildet und qualifiziert. Die wissenschaftliche Ausbildung der Rabbiner wird damit abgerundet.
An dem Festakt werden die Ministerpräsidentin Thüringens, Christine Lieberknecht, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, Generalsekretär Stephan J. Kramer, der Vorstandsvorsitzende des Rabbinerseminars zu Berlin, Rabbiner Joshua Spinner, der Leiter der Fachhochschule Erfurt, Prof. Dr.-Ing. Heinrich H. Kill sowie der Oberbürgermeister der Stadt Erfurt, Andreas Bausewein teilnehmen.