12. Jahrgang Nr. 3 / 30. März 2012 | 7. Nissan 5772

„Was ich immer schon wissen wollte ...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

EREW (hebräisch):

Abend. Häufig wird „Erew“ dem Wort „Schabbat“ oder der Bezeichnung eines Festtages vorangestellt, wie zum Beispiel Erew-Schabbat oder Erew-Pessach, was so viel bedeutet wie Rüsttag, Vorabend des betreffenden Tages.

ERUW (hebräisch):

Vermengung, Vermischung. Ein Eruw bezeichnet im Leben eines gesetzestreuen Juden ein halachisches Verfahren, um bestimmte Aktivitäten, die am Schabbat oder Feiertag gemäß der strengen Halacha (Auslegung des Religionsgesetzes) verboten wären, dennoch zu ermöglichen. Dadurch wird das Leben an diesen Tagen erleichtert, ohne dass man dabei mit den Gesetzen der Tora in Konflikt gerät.

ERUW TAWSCHILIN (hebräisch):

einer der wesentlichsten Eruwim (Mehrzahl von Eruw). Der Begriff bedeutet Eruw für das Kochen, Mischen von Zubereitetem. Diese rabbinische Erleichterung ermöglicht es an einem Feiertag, Speisen für den anschließenden Schabbat-Tag zuzubereiten. Normalerweise darf am Feiertag nur für den Tagesbedarf, nicht aber für einen weiteren Tag gekocht werden. Da am Schabbat aber nicht gekocht werden darf, müssen die Speisen am Freitag vorbereitet werden, auch wenn dies ein Feiertag sein sollte. Um diesen Eruw zu ermöglichen, wird am Vortag des Feiertages (also am Donnerstag) eine bestimmte Menge gekochter und gebackener Speisen vermischt und beiseitegestellt. In diesem Fall ist das Kochen einer Schabbat-Speise am Feiertag erlaubt, da es nur als ein Weiterkochen gilt. Für das Tragen von Gegenständen und das Verlassen des eigenen Wohnortes am Schabbat gelten Bestimmungen des „Eruw Chatzerot“ beziehungsweise des „Eruw Techumim“ (siehe nächste Ausgabe).