12. Jahrgang Nr. 3 / 30. März 2012 | 7. Nissan 5772

Willkommen daheim!

Der Zentralrat lud jüdische Organisationen zum „Runden Tisch“ ein

Auf Einladung des Zentralrats der Juden in Deutschland kamen am 14. März Vertreter von fast 40 jüdischen Organisationen, Institutionen und Verbänden zu einem „Treffen des Runden Tisches“ in Berlin zusammen. Die Begegnung – es war die erste ihrer Art – fand im Leo-Baeck-Haus, dem Sitz des Zentralrats, statt.
„Willkommen daheim“, begrüßte der Präsident des Zentralrats, Dr. Dieter Graumann, die insgesamt rund 60 Teilnehmer. Das war durchaus programmatisch gemeint: Dr. Graumann betonte, dass sich alle Organisationen im Zentralrat politisch zu Hause fühlen sollten. „Uns verbindet ganz viel. Wir alle bemühen uns darum, die jüdische Welt anders und ein Stück besser zu machen.“ Mit dem Round Table wolle der Zentralrat den Anstoß zu einer besseren Vernetzung geben. „Wir wollen überlegen, wie wir unsere Kräfte bündeln und konzentrieren können“, sagte der Zentralratspräsident. „Der Zentralrat möchte hierbei als neues jüdisches Kompetenzzentrum Ansprechpartner sein und tatkräftige Hilfe anbieten.“ Es sei wichtig, dass sich die jüdische Gemeinschaft in Deutschland nicht auseinandertreiben lasse. „Politisch soll zusammenbleiben, was politisch zusammengehört.“
Bei der Sitzung wurde deutlich, dass zahlreiche Organisationen eine intensive Zusammenarbeit wünschen und die Initiative des Zentralrats ausdrücklich begrüßen. Der Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Beni Bloch, dankte für das Treffen und drückte seine Hoffnung aus, dass es auch zu konkreten Kooperationen komme. Einig war man sich darin, dass dies ein besonderer Tag für alle Anwesenden sei. Die große Zahl der jüdischen Organisationen zeige, dass das jüdische Leben in Deutschland starke Grundlagen entwickelt habe. So plural wie das jüdische Leben in Deutschland, zeige sich auch die jüdische Vereinslandschaft. Trotz der unterschiedlichen Ausrichtungen, so der Grundtenor, sei man sich bewusst, dass gemeinsames Vorgehen effektivere und effizientere Arbeit möglich mache.
Um die anvisierte Kooperation zu fördern, wird der Zentralrat eine neue Stelle schaffen. Damit wird jüdischen Organisationen immer ein direkter Ansprechpartner beim Zentralrat zur Verfügung stehen. Dr. Graumann dankte allen Anwesenden herzlich für ihren ganz besonderen Einsatz zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft. Die zum allergrößten Teil aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehenden Organisationen setzten sich unermüdlich für ihre Ziele ein, die neue jüdische Vielfalt und kreatives Potenzial widerspiegelten.
Vielfältig waren die Vorschläge zur Verbesserung der Zusammenarbeit: von neuen Internetportalen über akademische Schreibwettbewerbe bis hin zu Jugendveranstaltungen. Der rege Austausch von Ideen und Chancen gegenseitiger Hilfestellung fand schließlich nach knapp drei Stunden seinen Abschluss. Der Zentralratspräsident drückte seine Hoffnung aus, dass der mit dem Round Table angestoßene Prozess nachhaltig sein und zu konkreten Fortschritten führen werde. Dr. Graumann zeigte sich beeindruckt und bewegt von der Stärke und Kraft der vitalen jüdischen Gemeinschaft, wie sie bei diesem Treffen zum Ausdruck kam.
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