12. Jahrgang Nr. 2 / 24. Februar 2012 | 1. Adar 5772

Abgewehrt

Am 13. Februar fand in Dresden die jährliche Gedenkfeier für die Opfer der alliierten Bombenangriffe statt. Wie schon in der Vergangenheit hatten Rechtsextremisten für diesen Tag nach Dresden mobilisiert, Demonstrationen und Fackelmärsche angekündigt. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, nahm sowohl am stillen Gedenken, wie auch an der Menschenkette und den Demonstrationen gegen die Nazis teil. Kramer betonte, man dürfe nicht zulassen, dass dieser Tag von Rechtsextremisten vereinnahmt und missbraucht werde. Unter Berufung auf rechtsstaatlich garantierte Bürgerrechte hatte Kramer, unter anderem zusammen mit Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, zu friedlichen Blockaden aufgerufen.
Am Abend hatten 13.000 Bürger, unter ihnen der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, Joachim Aris, und zahlreiche prominente Landes- und Bundespolitiker, eine Menschenkette um die Dresdner Innenstadt gebildet und sich den Rechtsextremisten entgegengestellt.
Kramer zeigte sich vom Engagement der Dresdner Bürgerinnen und Bürger beeindruckt. Nachholbedarf sah er allerdings bei Politik und Justiz. „Statt auf der Bremse zu stehen und friedliches staatsbürgerliches Engagement gegen Rechtsextremisten zu kriminalisieren, sollten Mut und Toleranz gestärkt werden, wo immer dies möglich ist.“ Alles andere, so Kramer, spiele den Neonazis in die Hände.
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