12. Jahrgang Nr. 2 / 24. Februar 2012 | 1. Adar 5772

Rücktritt

Mit „Respekt, Anerkennung und Bedauern“ reagierte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, auf die Rücktrittserklärung von Bundespräsident Christian Wulff. “Bundespräsident Wulff hat die Bundesrepublik Deutschland während seiner Amtszeit nicht nur stets würdig repräsentiert. Zusammen mit seiner Ehefrau, Bettina, stand er auch für ein weltoffenes, junges und dynamisches Deutschland, das seine neue Vielfalt als Bereicherung begreift”, so der Zentralratspräsident. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland danke Christian Wulff herzlich für seine ganz besondere Aufmerksamkeit und freundschaftliche Verbundenheit. Im Oktober 2010 hatte Wulff in einer Rede betont, das Judentum gehöre ebenso zweifelsfrei zu Deutschland wie das Christentum und stand der jüdischen Gemeinschaft stets als Gesprächspartner zur Verfügung.
Dr. Graumann wünschte dem parteiübergreifend vorgeschlagenen Kandidaten für das neu zu besetzende Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, Erfolg in der Position des Staatsoberhaupts. Als ehemaliger Leiter der Stasi-Akten-Behörde und als Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“ habe sich Gauck für eine demokratische und freiheitliche Grundordnung, für Menschen- und Bürgerrechte und für Toleranz eingesetzt. Damit stehe er in einer Reihe mit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, mit der ihn auch lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit verbinde.
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