12. Jahrgang Nr. 1 / 27. Januar 2012 | 3. Schwat 5772

Entschädigungs­kriterien verbessert

Ab dem 1. Januar 2012 wurde die Anspruchsberechtigung des von der Claims Conference verwalteten Härtefonds für jüdische NS-Verfolgte erweitert. Nunmehr kann die Einmalzahlung von 2.556 Euro unter bestimmten Voraussetzungen an Personen geleistet werden, die nach dem Überfall des „Dritten Reiches“ auf die UdSSR aus einem 100 Kilometer breiten Landstreifen östlich des weitesten Vorstoßes der Wehrmacht flüchteten. Dazu gehören beispielsweise Menschen aus Leningrad und Moskau. Auch Personen, die durch die Verfolgung verwaisten, sowie bestimmte Gruppen von Bürgern westlicher Staaten können Anspruch auf Leistungen des Härtefonds haben. Ebenfalls ab dem 1. Januar 2012 tritt eine Änderung der Berechtigungskriterien des Artikel-2-Fonds sowie des Mittel- und Osteuropafonds in Kraft. Danach erlangen Personen die Anspruchsberechtigung, die mindestens zwölf Monate – statt wie bisher 18 Monate – im Ghetto, in der Illegalität oder im Versteck leben mussten.
Parallel dazu wurde die – ursprünglich für Ende 2011 vorgesehene – Antragsfrist für die Einmalzahlung von 2.000 Euro aus dem sogenannten Ghetto-Fonds aufgehoben. Zudem schließt der Bezug einer Sozialrente für die im Ghetto geleistete Arbeit den Anspruch auf die Einmalzahlung des Ghetto-Fonds nicht mehr aus.

Weiterführende Informationen:
Claims Conference Härtefonds
Sophienstraße 44,
60487 Frankfurt/M.
www.claimscon.org oder
telefonisch unter (069) 97 07 01-0
(auf Deutsch und Russisch)
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