12. Jahrgang Nr. 1 / 27. Januar 2012 | 3. Schwat 5772

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

ECHA (Hebräisch)

„Wie“, „auf welche Weise“….Anfangswort der Klagelieder des Propheten Jirmijahu (Jeremia) aus dem 3.Teil unseres Tanach (Ketuwim=Schriften): „ Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war!“ (Echa 1:1). Dieses biblische Buch wird am Vorabend des 9. Aw (Tischa be‘Aw), dem traurigsten Tag im jüdischen Kalender vor der Schoa, in den Synagogen gelesen. Der Fasttag Tischa be’Aw gilt als Gedenktag an die Zerstörung der beiden Heiligtümer in Jerusalem, 586 v.d.Z. durch die Babylonier und 70 n.d.Z. durch die Römer. Die Beter sitzen auf niedrigen Schemeln oder auf dem Boden. Als ein weiteres Zeichen der Trauer werden an diesem Tag keine Lederschuhe getragen.

EL (Hebräisch)

Macht oder Allmacht G-ttes. Ein Attribut, das wir an Stelle des Namens G-ttes verwenden (zum Verbot des Aussprechens s. Elohim).

ELOHIM (Hebräisch)

Abstrakte Pluralform, um die Allmacht G-ttes als Schöpfer und Weltenrichter zu verdeutlichen. Gesetzestreue Juden sprechen oder schreiben die Attribute El und Elohim nur im Gebet oder beim Studium der Tora aus. Im Alltag werden stattdessen „Elokim“ beziehungsweise „ k’El“ benutzt. Damit soll das dritte der Zehn Gebote erfüllt werden, das den Gebrauch des g-ttlichen Namens für profane Zwecke untersagt.