11. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2011 – 20. Kislew 5772

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums – von Rabbiner Dr. Joel Berger

DIWREJ HAJAMIM (Hebräisch)

Chroniken. Das erste und das zweite Buch der Chroniken bilden den Abschluss des Tanach, der hebräischen Bibel, die aus drei Hauptteilen besteht: Tora (Weisung, die fünf Bücher Mose), Newi’im (Propheten) und K’tuwim (Schriften). Im ersten Buch der Chroniken werden Abstammungs- und Geschlechterlisten unserer Ahnen und einige der Nachbarvölker aufgezählt. Der zweite Teil zeigt inhaltliche Parallelen zum zweiten Buch Samuel (Newi’im).

DROR (Hebräisch)

Freiheit. In Verbindung mit dem Gebot des Jowel-Jahres lesen wir in der Tora (3. Buch Mose, 25:10): „Du sollst im Lande Freiheit ausrufen“. Damit ist die Freisetzung jener Menschen gemeint, die wegen der von ihnen verursachten Schäden an ihren Nächsten zu Sklaven wurden, um den jeweiligen Schaden durch ihrer Hände Arbeit auszugleichen. Im Jowel-Jahr soll jeder Sklave laut der Tora seine Freiheit und seinen Besitz wiedererlangen und zu seiner Familie zurückkehren. Das ist der Sinn des Jowel-Jahres.

DUCHAN (Hebräisch)

Der erhöhte Platz vor dem Tora-Schrein in der Synagoge. Von dieser Stelle aus pflegen die Nachfahren der Aroniden des Tempels zu Jerusalem (Kohanim, Priester) das Volk zu segnen. Der Priestersegen (3. Buch Mose, 6:24 – 26) wird im aschkenasischen Ritus an biblischen Feiertagen, nicht jedoch am Schabbat erteilt. Der sefardisch-orientalische Ritus fügt sowohl wochentags, während des Morgengebetes, als auch am Schabbat die Zeremonie des Priestersegens ein. Der Segen wird durch den Segnenden mit erhobenen Händen und gespreizten Fingern erteilt. Vom Jiddischen her nennt man diese Zeremonie volkstümlich „duchenen“.