11. Jahrgang Nr. 12 / 16. Dezember 2011 – 20. Kislew 5772

Auszeichnung

Moritz Neumann erhält Wilhelm-Leuschner-Medaille

Der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen und Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland, Moritz Neumann, wurde vom hessischen Ministerpräsidenten, Volker Bouffier, mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet. Die Medaille ist nach dem ehemaligen hessischen Innenminister Wilhelm Leuschner benannt, der wegen seiner Teilnahme am Widerstand gegen das Naziregime hingerichtet wurde.
Neumann, so die hessische Staatskanzlei, habe sich stets mit großem Engagement für die Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden eingesetzt und somit das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Hessen bereichert und in hohem Maße zur Verständigung der Religionen beigetragen. Sein Leben, erklärte Bouffier bei der Ehrung, stehe für den Neubeginn jüdischen Lebens in Hessen nach 1945.
Neumann, von Beruf Journalist, ist seit 1994 Vorsitzender des Landesverbandes Hessen und war davor als sein Geschäftsführer tätig. Zugleich ist er Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Darmstadt. Er engagiert sich auch außerhalb der jüdischen Gemeinschaft und ist Mitglied des Rundfunkrats des Herrischen Rundfunks und Gründungsmitglied der Landesanstalt für privaten Rundfunk in Kassel. Über seine reichhaltige Erfahrung als Journalist und Medienexperte hinaus hat sich Neumann einen Namen als Buchautor gemacht, nicht zuletzt mit dem biographischen Roman „Im Zweifel nach Deutschland“. In dem Buch erzählt Neumann das Schicksal seines 1936 vor den Nazis aus Deutschland geflüchteten Vaters.
Neben Neumann wurde die höchste Auszeichnung des Landes Hessen in diesem Jahr auch dem ehemaligen FDP-Vorsitzenden und heutigen Vorstandsvorsitzenden der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, sowie dem ehemaligen hessischen Landtagspräsidenten Klaus Peter Möller zuerkannt. Die Leuschner-Medaille wird an Personen verliehen, die sich beispielhaft für die Demokratie eingesetzt sowie Staat, Gesellschaft und Kultur in vorbildlicher Weise geprägt haben.
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