11. Jahrgang Nr. 11 / 25. November 2011 – 28. Heshvan 5772

Gedenken

Die Präsidenten der internationalen Häftlingsverbände der ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen haben der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, am 11 November 2011 in Brüssel das von ihnen verfasste „Vermächtnis“, überreicht. Zugleich setzten sich sie sich dafür ein, die Erinnerung an die unvergleichlichen Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Helfer auch in der Zukunft zu bewahren und nicht zu verfälschen.
In diesem Zusammenhang bejahten die Präsidenten das Anrecht der Opfer des Stalinismus und anderer staatlicher Verbrechen auf Gedenken und Erinnerung, wandten sich aber gegen die gegenwärtig unternommen Bemühungen um die Einführung eines einheitlichen europäischen Gedenktages für Opfer des Totalitarismus. Insbesondere lehnten sie den 23. August, den Tag des Hitler-Stalin-Paktes, als möglichen Gedenktag ab, wie er von verschiedenen Initiativen gefordert wird und wie ihn das EU-Parlament im April 2009 beschlossen hat: Dadurch würden historische Ereignisse aus ihren Zusammenhängen gerissen, Ursachen und Wirkungen miteinander vermischt.
Zu der Delegation gehörten die KZ-Überlebenden Roger Bordage (Sachsenhausen-Komitee) Annette Chalut (Ravensbrück-Komitee) Henri Goldberg (Auschwitz-Komitee) Dénes György (Bergen-Belsen-Komitee) Bertrand Herz (Buchenwald-Komitee) sowie der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Christoph Heubner, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland und Leiter des Berliner Büros des European Jewish Congress, Stephan J. Kramer, der Vertreter des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Silvio Peritore, und die Generalsekretärin des Internationalen Sachsenhausen-Komitees, Sonja Reichert.
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