11. Jahrgang Nr. 10 / 28. Oktober 2011 – 30. Tischri 5772

Nachrichten

Willkommener Gast

Ende September war der US-Botschafter in der Bundesrepublik, Philip D. Murphy, Gast bei einer in Frankfurt stattfindenden Sitzung des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland. In seiner Ansprache setzte sich der Botschafter für die Werte einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft ein. Dabei betonte er nicht zuletzt das Recht auf freie Religionsausübung und auf die Vermittlung des Glaubens an eigene Kinder. Zugleich würdigte er die Entwicklung und Festigung des jüdischen Lebens in Deutschland sowie die Zukunftszuversicht der jüdischen Gemeinschaft hierzulande. Hinsichtlich des Nahostkonflikts merkte Murphy an, die USA bekannten sich zum Zwei-Staaten-Modell. Indessen forderte er zugleich fairen Umgang mit Israel als Voraussetzung für eine Friedenslösung. In Anspielung auf die Debatte um die Anerkennung eines einseitig auszurufenden palästinensischen Staates durch die Vereinten Nationen betonte der Botschafter, symbolische Handlungen zur Isolierung Israels bei der UNO würden nicht zu einem unabhängigen palästinensischen Staat führen.
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Und die Sieger sind….

Fünf Juden wurden in diesem Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet

Seit der Stiftung des Nobelpreises im Jahre 1901 stellten Juden rund 20 Prozent aller Laureaten. Circa 170 der etwa 850 Preisempfänger gehörten oder gehören dem Judentum an. Das ist ein erstaunlicher Erfolg, doch war der jüdische Anteil in diesem Jahr noch höher: Gleich fünf der 2011 mit der renommiertesten Auszeichnung der Welt geehrten dreizehn Personen waren Juden.
Den Preis für Medizin erhielten der amerikanische Immunologe Bruce Beutler und sein kanadisch-amerikanischer Berufskollege Ralph Steinman. Steinman ist wenige Tage vor der offiziellen Zuerkennung gestorben, doch wurde die Ehrung vom Preiskomitee nicht rückgängig gemacht. Beutler und Steinmann wurden für ihre Immunologieforschung ausgezeichnet. Sie teilten sich den Preis mit dem luxemburgisch-französischen Biologen Jules Hoffmann.
Auch im Bereich „Physik“ gab es zwei jüdische Laureaten: die amerikanischen Astrophysiker Saul Perlmutter und Adam Riess. Ihnen ist der Nachweis gelungen, dass sich die Ausdehnung des Universums beschleunigt. Sie wurden gemeinsam mit ihrem australischen Kollegen Brian Schmidt geehrt.
Alleiniger Empfänger des Nobelpreises für Chemie war der Israeli Daniel Schechtman, dem die Auszeichnung für seine Entdeckung der Quasikristalle zuerkannt wurde. Schechtman ist der zehnte Israeli beziehungsweise der sechste israelische Wissenschaftler, dem diese Ehrung zuteil wird.
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