11. Jahrgang Nr. 10 / 28. Oktober 2011 – 30. Tischri 5772

Dialog geht weiter

Zentralrat der Juden in Deutschland schätzt Treffen mit Papst Benedikt positiv ein

Das Treffen zwischen Vertretern der jüdischen Gemeinschaft in der Bundesrepublik mit Benedikt XVI., das während des päpstlichen Deutschland-Besuchs stattgefunden hat, hat dem jüdischen-katholischen Verhältnis neue Impulse verliehen. Das erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, gegenüber der Zukunft. Die Zusammenkunft habe das Vertrauen zwischen den beiden Seiten gestärkt. Dr. Graumann stand an der Spitze einer Gruppe von Repräsentanten des Zentralrats und anderen prominenten Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, die am 23. September im Berliner Reichstagsgebäude mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammengetroffen ist. „Wir haben“, so der Zentralratspräsident „auch Punkte der Vatikan-Politik angesprochen, die uns weh tun. Allerdings stand das Gemeinsame für beide Seiten eindeutig im Vordergrund.“
In seiner Ansprache betonte der Papst ebenfalls die zahlreichen Gemeinsamkeiten und würdigte die Beziehungen zwischen Juden und Christen. Beide Religionsgemeinschaften, so Benedikt ferner, trügen eine gemeinsame Verantwortung für die Entwicklung der Gesellschaft. Zwischen dem jüdischen Volk und der katholischen Kirche sei inzwischen viel Vertrauen gewachsen. Der Papst erteilte jeglicher Judenfeindschaft eine klare Absage und forderte die Christen auf, sich ihrer inneren Verwandtschaft mit dem Judentum immer bewusster zu werden.
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