11. Jahrgang Nr. 8 / 26. August 2011 – 26. Aw 5771

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

CHILLUL HASCHEM (Hebräisch)

Entweihung des Namen G-ttes. Eines der schwersten Vergehen im Judentum. In der Tora heißt es: Tora: „...entweiht Meinen Heiligen Namen nicht, auf dass Ich inmitten der Kinder Israels geheiligt werde; Ich bin der Herr, der euch heiligt...“: (3. Buch Mose 22: 31-33).
Als Chilul Haschem gelten Handlungen und Verhaltensweisen, durch die G-ttes Name negativ tangiert wird. Dazu gehören auch solche Handlungen, bei denen G-tt nicht expressis verbis geschmäht wird, die aber die Werte des Judentums und den jüdischen Glauben in den Augen der jüdischen Öffentlichkeit oder aber in den Augen der Völker herabsetzen. Das gilt auch, wenn ein Jude durch sein Fehlverhalten in der Öffentlichkeit elementare Rechte und Interessen anderer missachtet. Solche Handlungen können die ganze jüdische Gemeinschaft in Verruf bringen.

CHUKKIM (Hebräisch)

Satzungen, Rechtssatzungen. So werden Gebote der Tora genannt, bei denen wir den rationalen Sinn nicht erkennen können. Zu diesen gehört beispielsweise das „Gebot der Roten Kuh“, das das Betreten des Tempelbezirks in Jerusalem nur dem erlaubt, der sich mit der Asche einer roten Kuh rituell gereinigt hat. Ein weiteres Beispiel ist das Verbot, Kleidung aus gemischten Stoffen zu tragen. Auch das Verbot, ein Zicklein in der Milch seiner Mutter zu kochen, gehört dazu und wurde durch weiterführende Auslegung zu einer der Grundlagen der Kaschrut-Bestimmungen.