11. Jahrgang Nr. 6 / 30. Juni 2011 - 28. Siwan 5771

Nachrichten

Dialog

Bei einer Veranstaltung zum 50. Jubiläum der beim Deutschen Evangelischen Kirchentag tätigen Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, den Stand des jüdisch-christlichen Dialogs in der Bundesrepublik als gut eingeschätzt. Mit Blick auf die Geschichte erklärte Dr. Graumann, die damalige Aufnahme des öffentlichen Dialogs zwischen den beiden Religionsgemeinschaften sei „bitter nötig" gewesen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Evangelischen Kirchentages in Dresden statt.
In einer Stellungnahme zum jüdisch-muslimischen Dialog forderte Dr. Graumann von moslemischen Verantwortungsträgern, sich viel entschlossener gegen den unter Muslimen bestehenden Antisemitismus einzusetzen. Bisher sei das Eintreten von muslimischer Vertreter gegen den Judenhass in den eigenen Reihen zu zaghaft. Dem gegenüber werde Islamfeindlichkeit vom Zentralrat und von einzelnen Juden klar verurteilt. Eine Beziehung mit „Einbahnstraßen-Charakter" aber hätte, so der Zentralratspräsident, wenig Zukunft.
Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, warnte beim Kirchentag davor, alle Hinweise auf Missstände im Islam als Zerrbilder abzutun. Extremistische Tendenzen, so Kramer, gebe es in jeder Religion, doch müssen gerade sie ein Anlass sein, diejenigen zu bekämpfen, die ihre Religion zur Diskriminierung anderer Religionen oder Minderheiten missbrauchten. zu


Jahrestag

Im Juni fand in Berlin ein vom Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur ausgerichtetes Seminar des Bundesverbandes der Veteranen, Ghetto- und KZ-Gefangenen sowie der Überlebenden der Leningrader Blockade statt. An der Veranstaltung nahm auch die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, teil. Im Mittelpunkt stand der 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Die Jugendsektion des Verbandes beschloss, in den jüdischen Gemeinden, Einrichtungen und Schulen in Deutschland den Beitrag jüdischer Kriegsteilnehmer zum Sieg über den Nationalsozialismus zu beleuchten und Verfälschungen der Kriegsgeschichte entgegenzutreten. zu