11. Jahrgang Nr. 5 / 27. Mai 2011 – 23. Ijjar 5771

Nachrichten

Preis

Der Zentralrat der Juden in Deutschland verleiht den von ihm 1957 gestifteten Leo-Baeck-Preis im Jahre 2011 Bundespräsident Christian Wulff. Die Preisverleihung findet im November in Berlin statt. Wie der Präsident des Zentralrats, Dr. Dieter Graumann, erklärte, wird damit das herausragende, von aufrichtiger Empathie und von tiefer Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, in Israel und in der Welt getragene Engagement des Bundespräsidenten gewürdigt. Wulff habe sich in seiner noch kurzen Amtszeit als ein Mann des klaren Wortes und der deutlichen Signale präsentiert. Der Bundespräsident, so Dr. Graumann ferner, stehe für ein Deutschland, das in der Gegenwart angekommen ist, seine Geschichte aber nicht vergisst und die jüdische Gemeinschaft in der Bundesrepublik als eine Bereicherung begreift. Die Preisverleihung an Wulff wurde von den Gremien des Zentralrats einstimmig beschlossen.
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Besuch

Anfang Mai hielt sich der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, in Lima zu einem Besuch auf. Kramer war einer Einladung der jüdischen Gemeinde in der peruanischen Hauptstadt gefolgt. Während des Besuchs traf Kramer mit ehemaligen deutschen Juden zusammen, die in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der nationalsozialistischen Verfolgung entkommen und in Peru einwandern konnten. Vor Mitgliedern der jüdischen Gemeinde hielt Kramer eine Rede zum Holocaustgedenktag. In seinen Ausführungen ging er unter anderem auf die künftigen Herausforderungen der Holocaust-Erziehung ein und betonte, das Holocaust-Gedenken müsse trotz der zunehmenden zeitlichen Distanz wach gehalten werden. Der Generalsekretär des Zentralrats nahm auch an dem in Lima veranstalteten „Marsch der Lebenden“ zur Ehrung der Holocaust-Opfer und Solidarität mit den Überlebenden teil.
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Würdigung

Am 9. Mai fand am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten (Berlin) eine Kranzniederlegung aus Anlass des 66. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa statt. An der der Zeremonie, zu der der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Wladimir Grinin, eingeladen hatte, nahmen unter anderem Vertreter des Klubs der Kriegsveteranen, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland, Lala Süsskind, der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, sowie zahlreiche diplomatische Vertreter teil. Beim anschließenden Empfang erklärte Botschafter Grinin, es sei eine besondere Ehre, die Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges in der Botschaft begrüßen zu dürfen. Grinin würdigte den Beitrag der ehemaligen Kriegsteilnehmer zur Zerschlagung des Faschismus und sagte an ihre Adresse: „Wir danken Ihnen für Ihre Heldentaten und für den friedlichen Himmel über uns“. Die jetzige Generation und die nachkommenden Generationen, fügte der Botschafter hinzu, seien aufgerufen, die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
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