11. Jahrgang Nr. 4 / 29. April 2011 – 25. Nissan 5771

Nachrichten

Wahl

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, wurde zum Vizepräsidenten des European Jewish Congress (EJC) gewählt. Die Wahl erfolgte Anfang April auf der Generalversammlung des EJC in Budapest. In seiner Einführungsrede als EJC-Vizepräsident betonte Dr. Graumann die Notwendigkeit einer verstärkten Vernetzung der jüdischen Gemeinden und Verbände in Europa über lokale und nationale Grenzen hinweg. „Die jüdische Gemeinschaft in Europa“, so Dr. Gaumann, „ist eine der drei tragenden Säulen des Judentums, neben den Juden in den USA und Israel. Dieses große religiöse, kulturelle und kreative Potential gilt es zu aktivieren, um nicht nur in die jüdische Gemeinschaft hinein, sondern auch in Europa noch mehr als bisher zu wirken.“
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Hilfe

Die Conference on Jewish Material Claims against Germany (Claims Conference, www.claimscon.org) und die Bundesregierung haben für das Jahr 2011 die Bereitstellung von 110 Millionen Euro zugunsten der Hauspflege für Holocaust-Überlebende vereinbart. Dies entspricht einer Verdoppelung der im Vorjahr für diesen Zweck bestimmten Mittel. Die Abwicklung der häuslichen Hilfe wird weltweit von insgesamt 32 Organisationen sichergestellt, unter denen die Claims Conference die zur Verfügung stehenden Mittel verteilt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Vereinbarung begrüßt. „Es ist wichtig“ so Generalsekretär Stephan J. Kramer gegenüber der Zukunft, „betagten Holocaust-Überlebenden einen möglichst langen Verbleib im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Daher handelt es sich um einen wichtigen Beitrag zur Sicherung ihrer Lebensqualität.“
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Anmeldung

Bei dem in Israel entstehenden Museum für den jüdischen Kämpfer des Zweiten Weltkrieges sind bisher 150 Namen jüdischer Kriegsveteranen aus Deutschland eingetroffen. Das erklärte gegenüber der Zukunft der Generaldirektor des Vereins zur Errichtung des Museums, Brigadegeneral (Res.) Zvi Kan-Tor. Die Registrierung jüdischer Kriegsteilnehmer bei dem Museum geht auf eine gemeinsame Initiative des Museumsvereins und des Zentralrats in Deutschland zurück.
Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, sprach in Deutschland lebenden Veteranen der Roten Armee beziehungsweise den die Anmeldung vornehmenden Familienangehörigen seine Anerkennung aus. Kramer rief alle in Deutschland lebenden jüdischen Kämpfer und alle Personen, die Kenntnis über ihr Schicksal haben, auf, die Anmeldeaktion fortzusetzen. „Es ist unser aller Pflicht“, so der Generalsekretär des Zentralrats gegenüber der Zukunft, „die Kämpfer zu ehren und sicherzustellen, dass ihr persönlicher Beitrag zum Sieg über den Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit gerät.
Die Angaben über jüdische Kriegsteilnehmer können an das Museum auf dem Postwege geschickt oder über das Internet übermittelt werden. Die Postanschrift des Museums lautet: The Museum of the Jewish Soldier in Word War II, POB 2451, Kiryat Ono 55122, Israel. Die Internetseite kann unter www.jwmww2.org aufgerufen werden. Die Anmeldung kann auf Hebräisch, Russisch oder Englisch erfolgen.
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