11. Jahrgang Nr. 3 / 25. März 2011 – 19. Adar II 5771

Zentrum

Die neue Synagoge der liberalen Jüdischen Gemeinde Hameln ist nicht nur ein Mittelpunkt jüdischen Lebens, sondern erweist sich auch als ein Magnet für nichtjüdische Bewohner der Stadt. Bei einem Tag der offenen Tür übertraf der Ansturm alle Erwartungen. „Beim eintausendsten Besucher haben wir aufgehört zu zählen“, berichtete die Gemeindevorsitzende, Rachel Dohme. Für eine Stadt mit knapp unter 60.000 Einwohnern eine eindrucksvolle Zahl. Seitdem, so Dohme gegenüber der Zukunft, kommen tagtäglich Anfragen von Bürgern, die „ihre“ neue Synagoge sehen wollen. Eines Tages habe eine ganze Schulklasse vor der Tür gestanden – unangemeldet. Derweil wurden alle Aktivitäten der Gemeinde, vom Religionsunterricht über Jugendarbeit und einen Literaturkurs bis hin zur Tanzgruppe in das neue Gemeindezentrum verlegt, dessen Teil die Synagoge ist. Das Gemeindezentrum, das den Namen „Beitenu“ (Unser Haus) trägt, wurde mit dem feierlichen Einzug der Torarollen in die Synagoge am 20. Februar 2011 in Gegenwart zahlreicher Gäste aus Religion, Politik und Gesellschaft eingeweiht. Der Zentralrat der Juden in Deutschland war durch seinen Generalsekretär, Stephan J. Kramer, vertreten.
Heinz-Peter Katlewski