11. Jahrgang Nr. 2 / 25. Februar 2011 – 21. Adar I 5771

„Was ich immer schon wissen wollte...“

Glossar mit Begriffen des Judentums von Rabbiner Dr. Joel Berger

CHAJ (Hebräisch)

–„lebt, der Lebende“. Der Zahlenwert oder Zahlzeichen der hebräischen Buchstaben Chet und Jod ist achtzehn. Auf Grund dieser Symbolik war und ist es üblich, die Höhe von Spenden und Opfergaben so festzulegen, dass der Betrag ein Mehrfaches der Zahl achtzehn ergibt. In jüngster Zeit wird das Wort CHAJ häufig als Halsketten-Anhänger verwendet, denn es beinhaltet auch den Wunsch nach Gesundheit und Wohlergehen des Trägers.

CHALLA (Hebräisch. Mehrzahl Challot)

Volkstümlich, jiddisch „Challe“. Schabbatbrot. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs geht auf die Teighebegabe des einstigen Tempels in Jerusalem zurück. Die in Deutschland und Europa gebackenen Challot werden meist zu Zöpfen geflochten und mit Mohn bestreut gebacken. Daher auch der hierzulande bekannte Name des Gebäcks „Mohnzopf“. Manche meinen, dass Mohn ein Symbol der Fruchtbarkeit darstellt.
Der unter aschkenasischen Juden gebräuchliche Name „Barches“ ist ein ursprünglich deutsches Festtagsgebäck. Über die Ursprünge des Namens sind mehrere Deutungen im Umlauf. Auf den Schabbattisch werden zwei Challot gelegt. Sie sollen daran erinnern, dass während der Wanderung der Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten, am Freitag jeweils eine doppelte Ration „Manna“ von Himmel fiel, also auch bereits die für den Schabbat, an dem niemand arbeiten sollte, auch nicht beim Aufsammeln von Manna.
Challa bedeutet auch jene Portion des rohen Teigs, die in gesetzestreuen Haushalten vor dem Backen abgesondert und nicht mehr verwendet wird. Dies ist eine Erinnerung an Opfergaben, die einst dem Kohen gegeben wurden.