11. Jahrgang Nr. 2 / 25. Februar 2011 – 21. Adar I 5771

Nachrichten

Courage

Der vom Zentralrat der Juden in Deutschland verliehene Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage wird im Jahr 2011 dem Künstler-Ehepaar Horst und Birgit Lohmeyer aus Jamel in Mecklenburg-Vorpommern zuerkannt. Das hat der Präsident des Zentralrats, Dr. Dieter Graumann, erklärt. Die Gremien des Zentralrats hatten sich zuvor einstimmig für die Eheleute Lohmeyer als Preisträger in diesem Jahr ausgesprochen.
Mit dem Paul-Spiegel-Preis 2011 soll das besondere Engagement und die Courage der Eheleute Lohmeyer im Kampf gegen Neonazis in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt werden. „Durch ihr überaus beherztes Auftreten in Jamel setzen sie nicht nur selbst ein ganz besonders mutiges Zeichen im Kampf gegen den Rechtsextremismus, sondern ermuntern ebenso andere, auch über die Landesgrenzen hinaus, nicht aufzugeben und sich den rechten Strukturen ohne Furcht und entschlossen entgegenzustellen“, begründete Dr. Graumann die Auswahl der Preisträger. Die Verleihung des Preises ist in einer feierlichen Zeremonie am 12. Mai 2011 in Schwerin geplant.
Der Paul-Spiegel-Preis wird in Erinnerung an den 2006 verstorbenen Zentralratspräsidenten Dr. h.c. Paul Spiegel sel. A. und dessen unermüdliches Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, sowie für eine starke Bürgergesellschaft vergeben. Mit dem Preis, der mit 5.000,- Euro dotiert ist, ehrt der Zentralrat Menschen, die sich in besonderem Maße für eine lebendige und stabile Demokratie engagiert und Zivilcourage bewiesen haben.
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Gedenken

Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung des nationalsozialistischen Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat Bundespräsident Christian Wulff an der ehemaligen Verfolgungsstätte der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Zentralratspräsident Dieter Graumann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, und Lageüberlebende begleiteten den Bundespräsidenten Bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Birkenau dankte Wulff den Überlebenden und den Nachfahren der Opfer für ihre Bereitschaft zur Versöhnung. Für die Deutschen sei dies ein großes Glück und eine große Gunst. Die Deutschen wüssten zu schätzen, dass in ihrem Land heute wieder jüdisches Leben blühe, die Beziehungen zu Israel einzigartig seien und dass Deutschland mit Polen und anderen Nachbarn in Freundschaft leben könne.
Für Graumann war die Gedenkstunde in Auschwitz persönlich ein ganz schwerer Gang. „Ich war“, erklärte der Zentralratspräsident, „bislang noch in keinem ehemaligen Vernichtungslager. Und dann gleich Auschwitz, das mit meiner ganzen Familiengeschichte so düster und dramatisch verbunden ist. Hier sind die Eltern meiner Mutter ermordet worden, hier war mein Schwiegervater als sehr junger Mann, und auch seine Eltern wurden dort getötet.“
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