10. Jahrgang Nr. 11 / 30. November 2010 – 23. Kislev 5771

Talmud auf Hebräisch

Im November 2010 hat der bekannte israelische Rabbiner und Pädagoge Adin Steinsaltz die Übersetzung des babylonischen Talmuds in modernes Hebräisch abgeschlossen. Damit soll das wichtigste Schriftwerk des nachbiblischen Judentums auch solchen Israelis zugänglich gemacht werden, die den im rabbinischen Hebräisch und auf Aramäisch geschriebenen Originaltext nicht verstehen. Die Übersetzung hat Rabbiner Steinsaltz unter das Motto „Lamed et Ami“ gestellt, zu Deutsch: „Lehre mein Volk“.
Die Übersetzung des vollständigen Talmuds - in der traditionellen, im späten 19. Jahrhundert gedruckten Wilnaer Ausgabe hat der babylonische Talmud fast 6.000 große Folioseiten - war eine gigantische Aufgabe, für die Steinsaltz 45 Jahre benötige. Neben den beiden Kernteilen, der Mischna und der Gemara, enthalten Talmud-Editionen auch den Kommentar des Raschi (Rabbi Schlomo Ben Jitzchak, 11. Jahrhundert) und weitere Auslegungen. Diesen hat Steinsaltz aus seiner Feder stammende, für den heutigen israelischen Leser bestimmte Erläuterungen hinzugefügt. Die Übersetzung gilt als Steinsaltz’ wichtigstes Werk, auch wenn der Gelehrte darüber hinaus mehrere Dutzend Bücher und zahlreiche andere Veröffentlichungen verfasst hat.
wst