5. Jahrgang Nr. 5 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

Holocaust-Mahnmal

Zahlen, Daten, Fakten

Am 25. Juni 1999 hat der Deutsche Bundestag den Bau des „Denkmals für die ermordeten Juden Europas“ im Zentrum Berlins beschlossen. Damit bekannte sich die Bundesregierung zu dem Entwurf des amerikanischen Architekten Peter Eisenman und dem unterirdisch gelegenen „Ort der Information“. Zehn Jahre lang war zuvor um die Realisierung der Mahnmal-Idee gerungen worden. Am 27. Januar 2000 fand auf dem 19.000 Quadratmeter großen Bundesgelände unweit vom Brandenburger Tor die symbolische Grundsteinlegung statt.

Das Eisenman-Denkmal besteht aus 2751 Betonstelen, die jeweils 0,95 Zentimeter tief, 2,38 Meter breit, maximal vier Meter hoch und unterschiedlich geneigt sind. Das streng gegliederte Stelenfeld, dessen Grundfläche bewusst uneben angelegt ist, hat keinen definierten Ein- oder Ausgang, keine Mitte und keine Umzäunung. So entsteht optisch der Eindruck eines wogenden Feldes, das aufgrund seines wellenförmigen Charakters von jedem Standort aus unterschiedlich wahrgenommen werden kann. Der „Ort der Information“, dessen zentrale Aufgabe die Personalisierung und Individualisierung des Schreckens und die Dokumentation der Vernichtungsstätten sowie die Veranschaulichung der Zahl und Herkunft der jüdischen Opfer ist, liegt unterhalb des Straßenniveaus in der südöstlichen Ecke des Denkmalgeländes. Der Bundestag trug die Gesamtentstehungskosten in Höhe von 27,3 Mio. Euro. An der offiziellen Eröffnung am 10. Mai 2005 nahmen Vertreter aus der ganzen Welt teil. Neben Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Initiatorin Lea Rosh und einer Zeitzeugin trat auch Zentralratspräsident Paul Spiegel ans Rednerpult. In seiner kurzen Rede merkte er kritisch an, dass das Denkmal wohl ein wichtiger Schritt im Kampf gegen das Vergessen sei, gleichwohl aber keinen Hinweis auf die Täter oder das „Warum“ liefere. zu