10. Jahrgang Nr. 10 / 29. Oktober 2010 - 21. Heshvan 5771

Nachrichten

Berlin an der Isar

Jüdisches Leben in der Hauptstadt ist Thema der Münchener Kulturtage

Im November finden die 24. Jüdischen Kulturtage in München statt. Schwerpunkt des Programms ist diesmal das jüdische Leben in Berlin. Zehn Tage lang wird das Berliner Judentum vom 19. Jahrhundert bis heute in einer Reihe von Vorträgen und Kulturveranstaltungen beleuchtet. Die Themenpalette umfasst unter anderem die Frage einer deutsch-jüdischen Symbiose, jüdisches Leben in NS-Zeit, den Aufbau nach dem Holocaust, russischsprachige Juden in der deutschen Hauptstadt und das jüdische Leben im Berlin der Gegenwart. Musikalische Höhepunkte sind eine Darbietung der Maxwell Street Klezmer Band aus Chicago am Eröffnungstag, dem 20. November. Ein weiteres Highlight ist das Jubiläumskonzert „200 Jahre Synagogenorgel" am 27. November.

Weitere Informationen: www.juedischekulturmuenchen.de

Auszeichnung für David Grossman

Der israelische Schriftsteller David Grossman wurde am 10. Oktober mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Grossman, 1954 in Jerusalem geboren, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Israels. In seinen Romanen und Erzählungen, Essays und Kinderbüchern, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet wurden, setzt er sich vor allem mit der Identität seines Landes und mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seinen Roman „Stichwort: Liebe" (1986, deutsch 1991) über die Kinder von Holocaustüberlebenden und die Reportagensammlung „Der gelbe Wind" (1987, deutsch 1988), in der er sich mit dem Verhältnis zwischen Israelis und Arabern beschäftigte,
Die Verleihung fand vor rund 1.000 geladenen Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt, unter ihnen Bundespräsident Christian Wulff. In seiner Dankesrede sprach Grossman über seine Hoffnungen als Israeli und Jude. „Ich wünsche mir", erklärte er, „dass mein Land, Israel, lernen wird, seiner Geschichte und seiner Tragödie auf eine neue Art und Weise zu begegnen und sich aus ihr heraus noch einmal neu zu erschaffen." Dafür brauche es den Frieden. Nur Frieden werde Israel ein Zuhause und eine Zukunft geben und den Israelis ermöglichen, das Gefühl einer stabilen Existenz zu erleben. Der Schriftsteller sprach auch über den Tod seines Sohnes, der wenige Stunden vor Ende des zweiten Libanonkrieges durch eine Rakete der Hisbollah getötet wurde.