5. Jahrgang Nr. 5 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

NPD-Demo abgesagt

Erfolg: Gegendemonstranten verhinderten Aufmarsch der Rechten

Die rechtsextreme NPD ist mit ihrer geplanten Demonstration am Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai in Berlin gescheitert. Tausende von Gegendemonstranten versperrten den 3300 am Alexanderplatz versammelten Neonazis den Weg zum Boulevard Unter den Linden. Nach Stunden des Wartens sagten die Veranstalter die Demonstration ab und zogen sich zurück.

Die Neonazis hatten unter dem Motto «60 Jahre Befreiungslüge - Schluss mit dem Schuldkult» zum Bahnhof Friedrichstraße ziehen wollen. Den ursprünglich geplanten Marsch zum Brandenburger Tor hatte das Bundesverfassungsgericht bereits im Vorfeld verboten.

Ein Sprecher der Polizei sagte, man habe die NPD wegen erwarteter Zusammenstöße mit Gegendemonstranten zur Absage aufgefordert. Die Behörden hatten zuvor angekündigt, nicht mit Wasserwerfern oder Schlagstöcken gegen friedliche Demonstranten vorzugehen. Die Polizei hatte nach Gewerkschaftsangaben rund 9000 Beamte aus mehreren Bundesländern im Einsatz.

Am Berliner Dom hatten etwa 3000 Menschen die Straße blockiert. Der DGB hatte große, aufblasbare Plastikflaschen aufgestellt. Darauf hieß es: «Braune Flaschen zum Altglas».

Auch rund um den Alexanderplatz hatten sich mehrere tausend Demonstranten dem Zug der NPD-Anhänger in den Weg gestellt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte der «Netzeitung»: Die Menschen hätten mit friedlichen Mitteln klar gemacht, «dass Nazis, die den größten Völkermord in der Geschichte verherrlichen wollen», nie wieder eine bedeutende Rolle in Deutschland spielen dürften.

Mehr als 40 Demonstranten wurden nach einer ersten Bilanz der Polizei festgenommen. Drei von ihnen sollen einen Brandsatz geworfen haben.
dpa/zu