10. Jahrgang Nr. 8 / 27. August 2010 – 17. Elul 5770

Graumann befürwortet Kita-Erlass gegen Rechts

«Die Initiative Mecklenburg-Vorpommerns, künftig von Kita-Betreibern einen Nachweis zu verlangen, dass sie nicht von Extremisten unterwandert werden, ist ein starkes Beispiel für einen kämpferischen demokratischen Staat, der sich wehren will und den Todfeinden der Freiheit keinesfalls unsere Kinder überlassen darf», sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dr. Dieter Graumann, gegenüber der Onlineausgabe des «Handelsblatt».
Als erstes Bundesland will Mecklenburg-Vorpommern verhindern, dass Neonazis Kindertagesstätten unterwandern. Ein am 26.7.10 in Schwerin vorgestellter Erlass sieht vor, dass Träger von Einrichtungen vom 1. August an nachweisen müssen, dass sie und die Mitarbeiter auf dem Boden der Verfassung stehen. Die Verantwortlichen und Erzieher müssten persönliche Erklärungen abgeben, wonach sie für die freiheitlich demokratische Grundordnung eintreten und kein Mitglied einer rechtsextremen Partei sind. Erst dann erhielten neue Träger eine Zulassung.
Graumann hält dieses Schweriner Modell eines „Gesinnungstests für Erzieher“ für ein „geradezu vorbildliches, absolut bewundernswertes Beispiel für Verantwortung und Engagement“. Unter keinen Umständen dürfe zugelassen werden, „dass Faschisten die Köpfe und Herzen unserer Kinder vergiften können“. Graumann appellierte daher an die Bundesländer: „Die braunen Kinderfänger dürfen erst gar keine Chance bekommen.“
dpa/zu