5. Jahrgang Nr. 5 / 27. Mai 2005 - 18. Ijar 5765

Zehntausende beim „Tag für Demokratie“

Bürgerfest setzte Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit

Politiker, Kulturschaffende und Kirchen erinnerten am 8. Mai in der Hauptstadt an den alliierten Sieg über die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Zum «Tag für Demokratie» am Brandenburger Tor mit Prominenten aus Kultur und Sport kamen mehr als 100 000 Besucher. Sie feierten dort das Jubiläum des Sieges der Alliierten über das Hitler-Regime, das vielen Millionen Menschen Tod, Hunger, Elend und Verfolgung gebracht und weite Teile Europas in Schutt und Asche gelegt hatte. Das Fest unter dem Motto «Tag für Demokratie» war als Zeichen gegen den geplanten Aufmarsch der rechten NPD gedacht, die ursprünglich am Holocaust-Mahnmal für die sechs Millionen von den Nazis ermordeten Juden vorbei marschieren wollte. Neben seiner sichtlichen Freude über das gelungene Fest und die große Teilnehmerzahl rund um das Brandenburger Tor rief der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, unmissverständlich dazu auf, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einzusetzen: «Wir wollen keine Rechtsradikalen, keine Antisemiten - wir wollen die Freiheit.»

Das zweitägige Fest für Demokratie bot zwei Tage lang Gelegenheit zur Information und zur Vorstellung von Projekten gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch in vielen anderen Städten hat es aus Anlass des 60. Jahrestages zum Kriegsende zahlreiche Veranstaltungen, Kranzniederlegungen, Konzerte und Gedenkgottesdienste gegeben. Allerorten haben hunderte von Menschen daran teilgenommen und es hat keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben.
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