10. Jahrgang Nr. 7 / 23. Juli 2010 – 12. Aw 5770

Schchita-Verbot in Neuseeland

Die jüdische Gemeinde in Neuseeland will um die Wiederzulassung koscheren Schlachtens (Schchita) kämpfen. Das erklärte der Jewish Council of New Zealand, der die jüdische Bevölkerung des Inselstaates vertritt. Zu diesem Zweck erwägt der Jewish Council sowohl dringliche politische Verhandlungen als auch eine Gerichtsklage gegen die Regierung. Hintergrund der Krise ist die vom neuseeländischen Landwirtschaftsministerium erlassene Verordnung, der zufolge alle in Neuseeland geschlachteten Tiere vor der Schlachtung betäubt werden müssen. Bisher war die Schchita von dieser Regelung ausgenommen. Der Erlass von Agrarminister David Carter stieß bei der jüdischen Gemeinde umso mehr auf Unverständnis, weil selbst das neuseeländische Tierschutzamt eine Beibehaltung der Schchita-Erlaubnis befürwortet hatte. Über diese Empfehlung setzte sich Carter hinweg.
Wie wissenschaftliche Untersuchungen belegen, ist die These, koscheres Schlachten sei Tierquälerei, grundfalsch. Bei korrekter Ausführung wird das Tier durch den tiefen, schnellen Messerzug noch vor Eintritt des Schmerzes bewusstlos. Damit das sichergestellt ist, darf ein nur besonders ausgebildeter Schlächter, der Schochet, die koschere Schlachtung vornehmen. Ihm obliegt es auch, sich vorher vom einwandfreien Zustand der Messerklinge zu überzeugen. Diese Gesichtspunkte müssten bei einer Gerichtsklage zur Sprache kommen. Das neuseeländische Verbot wurde auch von jüdischen Vertretern in anderen Ländern als eine Beleidigung des Judentums und ein Verstoß gegen grundlegende Verbraucherrechte kritisiert.
JTA/zu