10. Jahrgang Nr. 6 / 25. Juni 2010 – 13. Tammus 5770

Neues Domizil

Die Jüdische Kultusgemeinde Erlangen hat ein neues Zuhause. Im Juni bezog die Gemeinde ihr neues Domizil, das im Beisein zahlreicher Gäste, darunter der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, eingeweiht wurde. Die neuen Bet- und Veranstaltungsräume sind in einer 1909 erbauten, sorgfältig restaurierten, an die Gemeinde vermieteten Villa untergebracht. Damit hat die jüngste und zugleich kleinste jüdische Gemeinde in Bayern nach einer schwierigen Zeit eine feste Bleibe gefunden. Das Projekt konnte dank Privatspenden und mit Hilfe von Zuwendungen der Stadt Erlangen und des Landkreises realisiert werden.
Die Neugründung der jüdischen Gemeinde wurde in Erlangen in den siebziger Jahren ins Auge gefasst, wurde aber erst im Jahre 2000 vollzogen. Damit erhielten alteingesessene jüdische Stadtbürger ebenso wie die in der Erlangen ansässigen jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion ein religiöses und soziales Zuhause. Gleichzeitig unterstützte die Gemeinde ihre zugewanderten Mitglieder auch durch Sprachunterricht und andere Integrationsmaßnahmen. Die Integrationsarbeit der Gemeinde stieß in der Stadt auf Anerkennung. Allerdings erwies sich die Suche nach geeigneten Gemeinderäumen als problematisch. Im Jahre 2009 musste die Gemeinde ihre erst anderthalb Jahre zuvor bezogene „Blaue Synagoge“ wieder verlassen, nachdem Mitbesitzer auf Räumung geklagt hatten. „Wir sind mehr als glücklich“ – erklärte denn auch die Zweite Vorsitzende der Gemeinde, Hanna Bander, beim Einzug ins neue Zentrum.
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